Back to Berlin: Das finale Jahr

16Okt2018

Endlich mal wieder für längere Zeit in Berlin bleiben. Darauf habe ich mich schon in den letzten Wochen am meisten gefreut. 

Und auch wenn ich endlich wieder in meine alte WG zurück gehen sollte, so hatte ich doch nur noch 3 Wochen die ich dort verbringen sollte. Da sich unsere WG leider noch während meiner Abwesenheit begann aufzulösen, blieben mir nur noch wenige Wochen um mich umzuorientieren und eine neue Wohnung oder Wohngemeinschaft zu finden. Schade eigentlich. Wenn ich daran zurück denke, was ich in den letzten drei Jahren hier alles erlebt hatte.
Die verrückten Abende bei denen auf einmal spontan 10-20 Leute in der Küche saßen, die Abende zu zweit mit Jonas wo wir von einem Späti zum nächsten zogen bis wir nicht mehr konnten, uns so kalt war das wir das kalte Bier nicht mehr halten konnten oder uns klar wurde das wir in ein paar Stunden schon wieder in der Uni sitzen müssen, oder den entspannten Abenden nur mit der WG, nachdem wir auf dem Balkon zunächst die frische Luft genossen hatten, danach lustige Videos auf YouTube guckend fast im Sofa versinkend. All dies sollte nun zuende sein.
Zeit für ein neues Kapitel.
Doch dies wäre nicht meine Geschichte, wenn sie nicht wieder mit einer menge Stress verbunden wäre. Vielleicht gibt es Menschen die einfach zum im Stress leben geboren werden. Mittlerweile habe ich noch zwei Wochen übrig um ein neues Zuhause zu finden, nebenher habe ich 8 Stunden Uni täglich um mich auf meine IHK Prüfungen in 6 Wochen vorzubereiten und muss noch einen Job suchen.
Kleiner Tipp: werdet nicht 25 Jahre alt. Nicht nur dass ihr dann kein Kindergeld mehr bekommt, man soll sich plötzlich auch noch selbst Krankenversichern. Aber woher das Geld nehmen wenn nicht stehlen. Wenn es einen Gott gibt, dann hat er seltsame Pläne mit mir.

Abgesehen davon aber verzaubert Berlin nach wie vor mit dem besten Wetter das ein Oktober je gesehen hat (#klimawandel) und macht zum einen das in der Uni sitzen um so unerträglicher, auf der anderen Seite freut man sich über jeden Sonnenstrahl, den man noch genießen kann. Ein wahrhaft goldener Herbst.

 

Next Step ist jetzt also, überleben, Wohnung finden, Prüfungen bestehen, Silvester und dann Bachelorarbeit schreiben. Auf geht’s!

Auf zu neuen Ufern: Teil 4 - Oktoberfest München

07Okt2018

Wieder in Deutschland gelandet, aber doch noch nicht ganz zuhause. Ich dachte mir ich nutze noch die letzten Reserven der Reiseenergie um zum tatsächlich ersten Mal das Oktoberfest in München zu besuchen.

Ich landete also am Freitag morgen um kurz vor 8 in München. Nachdem mich mein Kumpel Steve am Bahnhof in Empfang genommen hatten, warteten wir noch auf Vero, die mit dem Zug aus Berlin anreisen wollte. Zu unserer Begeisterung erreichte die den Hauptbahnhof auf die Minute pünktlich. Dickes Lob an die deutsche Bahn an dieser Stelle. Nachdem wir dann also das Gepäck abgeladen hatten konnte ich nach zwei Tagen endlich mal wieder duschen. Frisch sauber sammelten wir noch ein bisschen Energie bevor es dann mit einem Bier in der Hand in Richtung Theresienwiese ging. Durch das große Schild mit der Überschrift herzlich Willkommen und die etwa 5000 Menschen die alle in die gleiche Richtung strömten, Verbündeten den Eingang des Oktoberfestes.
Da es schon recht spät war wollten wir nicht viel Zeit verlieren und drängten als bald mit den meisten Besuchern der Wiesn in Richtung einer der Zelte. Viele der „besten“ Zelte wie Hacker-Pschorr und Schottenhammel waren bereits wegen Überfüllung geschlossen. Um hier einen Platz zu erlangen muss man am Wochenende schon einige Stunden bevor die Wiesn öffnen anstehen. Wir schafften es letzten Endes in ein anderes Zelt. Zunächst einmal hatten wir Schwierigkeiten uns an die Atmosphäre zu gewöhnen. Man braucht eben doch einen gewissen Pegel um sowohl mit der Musik, als auch den Menschen klar zu kommen.
Da man nur bedient wird, wenn man einen Tisch hat, ist die Taktik in der Regel, sich bei irgendeinem Tisch dazuzustellen und dann warten bis man bedient wird. Wir waren aber zunächst mit der Gesamtsituation doch etwas überfordert und mussten zunächst noch mal ein wenig frische Luft schnappen.
Da ein paar Jungs aus München, die ich in salento im Bus nach Medellin kennengelernt hatte in einem anderen Zelt einen Tisch reserviert hatten, entscheiden wir uns dort unser Glück zu versuchen.
 

Bier 

Nach einigem Gedrücke und Gedrängel hatten wir es dann auch ins Zelt geschafft. Die gute Stimmung war zunächst aber sehr schwer zu ertragen. Aber man hate keine Wahl, wenn man erst ein Bier bestellen wollte, musste man sich bei den Leuten mit auf den Tisch stellen, ansonsten wurde man garnicht erst bedient. Naja, eine Mass später lief das dann mit der Stimmung und vor allem dem Schamgefühl schon deutlich besser. Mein Kumpel hatte ich mittlerweile auch gefunden, der sich allerdings schon in einem ganz anderem Stadium befand. Dafür erzähle er aber jedem ungefähr fünf Mal, dann ich der Kai aus Kolumbien sei. So machte man zumindest schnell viele neue Freunde. Schnell stieg der Alkoholpegel und genau so schnell verging die Zeit und schon war es 11 Uhr und Zeit das Zelt zu räumen. Zwar schafften wir noch alle gemeinsam als Gruppe den Weg aus dem Zelt, dann aber verloren wir uns ziemlich schnell und die einzelnen Gruppen wurden immer kleiner. Gemeinsam mit einem Kumpel liefen wir also laut diskutierend durch die Straßen. Man muss das ätzend sein während der Wiesn in München zu wohnen. Immer wieder lernte man unterwegs neue Leute kennen und führte vermeintlich spannende Gespräche. Irgendwann dann fanden wir auch zumindest einen Teil der Gruppe wieder. Nachdem wir noch zwei weitere Bier in einer völlig überfüllten Bar getrunken hatten, entschlossen wir uns dann doch uns Richtung nach Hause zu bewegen. Mittlerweile war es doch auch schon irgendwie 4 Uhr morgens.

Nachdem wir am nächsten Tag mehr oder weniger ausgeschlafen hatte, sollte uns ein arabisches Mittagsessen von der Familie von Steve erwarten, dem Kumpel bei dem wir übernachteten. Wir quälten uns also aus dem Bett und versuchten so unalkoholisiert wie möglich zu wirken. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Steves Mutter sich nicht dachte, das wir am Abend zuvor vermutlich komplett betrunken waren. Danach machten wir uns also wieder bereit um diesmal etwas früher auf der Wiesn anzukommen. Tatsächlich schafften wir es gegen 13 Uhr da zu sein. Damit wir uns mit den Freunden trafen, die aus anderen Richtungen kamen, verabredeten wir uns bei der Bavaria Statue. Damit ich mich auch richtig in die indigene Fauna integrieren konnte, hatte mir Dina, eine Freundin aus meiner WG in Berlin, von einem Kumpel eine Lederhose mitgebracht. Glücklicherweise war es den meisten Leuten auch um diese Uhrzeit vermutlich schon recht egal, dass ich meine Hose in der Menschenmasse wechselte. Abgesehen davon lieferten die Mädeln in ihren Dirndl vermutlich schon genug Ablenkung.

Unser Plan ging voll auf. Wir schafften es in den Biergarten des Paulaner Zeltes und ergatterten direkt eine Bank in der Sonne. Keine 5 Minuten später wurde der Eingang wegen Überfüllung geschlossen. Diesmal zum Glück im sitzen genossen wir die ersten Biere. Als sich die Sonne dann langsam dem Horizont nähere, entschlossen sich einige von uns ins Zelt zu gehen, während die anderen einen anderen Weg wählten. Leider wurden wir drinnen am Tisch zunächst nur angepöbelt, da wir uns zu Leuten dazu gesellten, die scheinbar noch nicht betrunken genug waren, um auch mit Fremden am Tisch Spaß zu haben. Nachdem wir dann ebenfalls vergeblich versuchten in ein anderes Zelt rein zu kommen, mussten wir am Ende doch wieder im Biergarten Platz nehmen. Diesmal aber mit Wein.
Einige Stunden später ging es dann ins Bett, als auch hier die Lichter ausgemacht wurden. Nicht aber natürlich ohne den obligatorischen Gute Nacht Döner. Fast wie zuhause.

Nachdem ich dann am Sonntagmorgen zum letzten mal mein Koffer gepackt hatte, gingen wir noch einmal nüchtern über die Wiesn, bevor es dann zum Bahnhof ging. 5 Stunden später war ich dann endlich wieder in Berlin. Nach über 6 Monaten jetzt erstmal wieder für eine längere Zeit. Hoffentlich.

Auf zu neuen Ufern: Teil 3 - Kanada in 12 Stunden

06Okt2018

Um 6 Uhr morgens also landete ich wieder in Vancouver. Diesmal aber mit 12 Stunden Aufenthalt. Genug Zeit also um die Stadt zu erkunden. Bevor ich das aber machen konnte, musste ich mich erstmal in der Flughafenhalle neben einem 7-Eleven an eine Ladestation setzen und mein Handy laden. Welcher Mensch kann denn heute noch Sightseeing ohne das Mobiltelefon machen. Da weiß man ja garnicht wo man hin gehen muss. Ich kaufte mir also einen Cappuccino, oder zumindest das, was die Kanadier so nennen und wartete, blätterte einige Touriprospekte durch und wartete. Kurz überlegte ich, ob ich statt der Stadt vielleicht einfach zu den Niagara Fällen fahren sollte, die ebenfalls nur eine Stunde vom Flughafen entfernt waren. Da es draußen aber immer noch regnete, entschied ich mich dagegen. Ein Grund mehr noch mal nach Kanada zurück zu kommen. Als ob ich dafür einen Grund bräuchte.

Um 7:30 dann entschloss ich mich auf den Weg in die Stadt zu machen. Mit der Metro erreichte man das Stadtzentrum in weniger als 30 Minuten. Man zahlte zwar auch 12$ für die Fahrt, aber wenigstens war der Wechselkurs zum Euro zu der Zeit ziemlich gut.

Dreißig Minuten später also stand ich an der Union Stadion im Herzen Toronto, quasi direkt unter dem CN Tower. Leicht hilflos umherirrend suchte ich den nächsten Ausgang der mich in eine Richtung führen würde, die mich zu den besten Touri Spots bringen würde. Da es immer noch ziemlich bewölkt war, entscheid ich mich, erstmal nicht auf dem Tower zu gehen, in der Befürchtung, das ich für die 40$ Eintritt am Ende nur Wolken sehen würde. Praktischerweise lief vor mir noch eine andere Bckpackerin umher, die ebenfalls nicht so wirklich wusste was zu tun sein. Auch sie hatte 12 Stunden Aufenthalt in Toronto. Kurzerhand entschlossen wir uns also gemeinsam Planlos zu sein. Wir schlenderten also zunächst ein wenig durch die Häuserschluchten, bis wir den Hafen erreichten. Glücklicherweise hatte sie mehr Plan als ich. Ein Bekannter hatte ihr empfohlen mit der Public Ferry zum Central Island zu fahren. Ein riesiger Park direkt vor der Innenstadt Torontos, gelegen auf einer Insel. So solle man den besten Blick auf die gesamte Skyline vom Wasser aus haben. So stiegen wir also nach kurzen warten auf das alte Schiff, welches uns gemeinsam mit 10 anderen Passagieren in 10 Minuten auf die andere Seite brachte. Auch die die Sonne entscheid sich dazu langsam zu erwachen und kam quasi perfekt getimed hervor und brachte die gesamte Skyline noch mehr zum strahlen. Drüben angekommen wanderten wir ein wenig durch den perfekt gepflegten Park. Würde sich doch nur in Deutschland mal so viel Mühe geben bei der Grünpflege.
Nach etwa 15 Minuten laufen erreichten wir die andere Seite der Insel. Von dort bot sich der endlose Blick auf die Great Lakes. Es wirkte viel mehr wie ein Ozean. Irgendwo auf der anderen Seite sind die USA, zumindest laut Google Maps.

Leider war unser timing nicht so optimal, so verpassten wir die Fähre zurück in die Stadt um 2 Minuten und mussten eine weitere Stunde warten. Dann eben Kippe und Pizza zum Frühstück auf der Parkbank. Und Zeit für ein paar neue Bilder für Instagram war auch noch.

im Anflug

Skyline von Toronto

Zurück auf dem Festland machten wir uns nun auf den Weg um uns am CN Tower in die mittlerweile deutlich gewachsene Schlange zu stellen. Der Himmel strahlte indes im tiefsten Blau, ohne ein einziges Wölkchen am Himmel. Nachdem wir zunächst annahmen, das die Wartezeit ja überschaubar sein, wurden wir nach dem Kauf der Karte leider von einer zweiten Schlange überrascht, die sich im inneres des Turmes umherwand. Nach insgesamt einer Stunde dann ging es aber endlich mit dem Fahrstuhl nach oben. Der höchste Turm der Welt überzeugt durchaus mit einer guten Aussicht und vielen asiatischen Touristen. Immer wieder musste man sich Matrix Style unter Selfiesticks drunterher bücken. Aber, von hier konnte man sogar die andere Seite der Seen sehen, und einen kleinen Ort, bei dem die Niagara Fälle zu vermuten waren. Also doch alles an einem Tag erledigt. Nachdem ich noch das obligatorische Selfie auf dem Glas Bottom Floor gemacht hatte, ging es dann mit dem Aufzug wieder nach unten.
Meine neue Begleitung wollte eigentlich einen der jüngst eröffneten Cofe Shops besuchen, da Marihuana ja seit Sommer 2018 in Kanada auch legal ist, leider hatten diese aber um 13 Uhr mittags noch zu. So schlenderten wir also noch ein wenig durch die Stadt, erledigten ein wenig Souvenir shopping in Chin Town und machten ein Foto von der Universität aus der Ferne. Wie immer war es auf einmal doch schon wieder reichlich spät und ich musste mich beeilen noch rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Am Ende war natürlich alles wieder vollkommen in Ordnung, und ich erreichte den Flughafen 50 Minuten vor Abflug. Upsi. Aber was soll man auch am Gate sein bevor der Last Call kommt. Sitzt man ja eh nur rum. So konnte ich also quasi direkt von der Sicherheitskontrolle ins Flugzeug sprinten. Zeit in Kanada voll ausgenutzt.

Ich denke aber ich muss trotzdem noch mal wiederkommen.

Auf zu neuen Ufern: Teil 2 - Peru

30Sept2018

- L I M A - 

Etwa drei Stunden dauerte der Flug von Bogota nach Lima. Nachdem wir zunächst über eine wolkenfreie Landschaft flogen, die von oben eher an den Mars erinnerte als an Peru, also so wie es aussah stelle ich mir zumindest den Mars vor, tauchten wir kurz vor Lima in eine dichte Deck aus Nebel und Wolken ein. Ich hatte bereits zuvor gehört, dass das Wetter in Lima immer eher so bedeckt sein sollte. Fast wie in Bremen. Tatsächlich hing der Dunst so tief, das wir schon fast direkt über den Dächern der Stadt waren, bevor man wieder etwas sehen konnte. Nachdem zuvor noch die klarste Sicht war, verschwamm nun alles in einer trüben Masse. Mittlerweile war es dunkel geworden. Mit dem Taxi quälten wir uns durch die viel zu vollen Straßen. Natürlich genau zur Rush Hour. So dauerte es über eine Stunde vom Flughafen in die Innenstadt wo unser Hostel war, obgleich es nur 15km waren. Und der Verkehr in Lima ist echt Crazy! Bangkok ist nichts dagegen. Autos überqueren eine 4 spurige Straße während des fließenden Verkehres. Menschen laufen überall herum oder versuchen den Leuten an der Ampel Dinge zu verkaufen, von denen du nicht mal wüsstest das du sie brauchst oder sie überhaupt existieren.

Endlich im Pariwana Hostel angekommen erkundeten wir zunächst einmal die Dachterasse. Etliche Schilder ließen schon vermuten, das dies wohl eher ein geselliges Hostel ist. Nachdem wir uns an der Straße ein Sandwich geholt hatten, was in Peru eine Art Nationalspeise ist, schrieben wir uns im Hostel zunächst für die Music Quiz Night ein. Leider versagten wir kläglich. Daraufhin entschlossen wir am darauffolgenden Bierpong Turnier teilzunehmen. Leider blieb auch hier der erhoffte Erfolg aus. Bereits in der ersten Runde schieden wir aus. So blieb uns nur noch zugucken und Karten spielen. Neben einigen Engländern und Deutschen, versammelten sich im laufe des Abends vor allem große Ansammlungen von Holländern. Gegen 1 Uhr dann rief das Hostel Team dazu auf mit allen gemeinsam feiern zu gehen. Santiago und ich entschieden uns dafür an diesem Abend mal vernünftig zu bleiben. Was angesichts der kommenden Abende, bzw. eigentlich der gesamten restlichen Zeit in peru, eine sehr clevere Entscheidung war. Aber dazu später mehr.

So waren wir am nächsten morgen fit, um eine der Free Walking Tours aufzusuchen. Direkt von unserem Hostel aus stiefelten wir in einer kleinen Gruppe los. Dummerweise war ich der einzige Depp der kein Spanisch verstand und die meisten Spanier in der Gruppe kein Englisch, weshalb der Guide alles zwei Mal erzählen musste. Nachdem wir zunächst einen lokalen Markt besucht hatten, auf dem man neben allerlei frischen Obst und Gemüse vor allem eine große Auswahl an Tieren in allen Variationen hatte, wer braucht nicht einen ganzen Schweinekopf zum Mittagessen, nahmen wir den Metrobus in die Altstadt von Lima. Da Lima, genau wie Bogota keine echte Metro auf schienen hat, gibt es hier nur Busse, die auf gesonderten Straßen fahren, um so zumindest etwas dem immerwährenden Caos zu entgehen. Wenn man sich in dieser Stadt mit ca. 10 Millionen Einwohnern allerdings nicht auskennt, ist man ziemlich schnell hoffnungslos verloren. Da Lima mit schöner Architektur bis jetzt noch so garnicht Punkten konnte, beeindrucke das alte und zum Teil sogar super saubere Zentrum rund um den Palast den Präsidenten um so mehr. Große breite Straßen, die lediglich als Fußgängerzonen dienten, waren gesäumt von prachtvollen Kolonialbauten. Immer im Hintergrund sah man aber die ärmlichen Favelas, in denen wohl die meisten der Bewohner von Lima lebten und wie unser Guide uns erzähle, viele von ihnen jeden Tag z.T. mehre Stunden in die Innenstadt liefen um zu Arbeiten oder einfach nur versuchten auf der Straße irgendetwas zu verkaufen um ein kleines bisschen Geld zu verdienen. Gegen Mittag endete die Führung und einige von uns entschieden sich im nahe des Zentrums gelegenen China Town etwas zu essen. Tatsächlich hat die chinesiche Kultur und vor allem das Essen einen großen Bezug zu Peru, da in den früheren Jahrhunderten viele von ihnen nach Peru ausgewandert sind. Dies sieht man oft tatsächlich auch am aussehen der Menschen. Es ist hier also nichts untypisches asiatisch essen zu gehen, vielmehr gehört es quasi zu den Nationalgerichten.

Nachdem wir uns gestärkt hatten setzten wir unsere Wanderung durch die Stadt fort. Mehr oder weniger erfolgreich versuchten wir uns mit einem der unzähligen Busverbindungen bis an die Küste durchzuschlagen. Zwar lag Lima direkt am Wasser, aber dennoch war man etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel, da die gesamte Küstenlinie eine Steilküste war. Nur in schmaler streifen trennte die Felsen vom Meer. Dieser war leider zumeist mit einem mehrspurigem Highway verbaut der die verschiedenen Stadtteile auf dem schnellstmöglichen Weg verband. Dennoch sah man, das die Stadt versuchte die Lebensqualität zu steigern und eine Promenade und Sportanlagen direkt am Wasser baute. Zur Zeit war die Küste dadurch aber einfach nur eine mehrere Kilometer lange Baustelle. Da es mittlerweile schon wieder dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel. Mit hilfe der sehr zu empfehlenden App Foursquare machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant. Verbinden wollten wir die Nahrungsaufnahme mit dem Besuch des „Hipster Stadtteils“ Barranco. Gut gestärkt und schon leicht angetrunken durch Perus bekanntesten Drink Pisco, begaben wir uns ins Hostel zurück. Am nächsten Tag sollte es ja früh losgehen. In die Wüste von Huacachina. Nur noch ein Bier auf der Dachterasse, so war der Plan… 

 

- H U A C A C H I N A   D E S E R T - 

Dieser Ausflug begann etwas anders und doch so bezeichnend für unsere gesamte Reise durch Peru.
Nachdem wir zunächst am Abend zuvor im Hostel nach einer fast perfekten Runde Bierpong, in der wir es bis in Halbfinale geschafft hatten, doch noch haben überreden lassen mit dem gesamten Hostel in einen Club zu gehen, nur für eine Stunde, verlief der Start dieses Tagesauflugs nicht wie geplant. Während Santiago noch die Kurve bekommen hatte und wenigstens eine Stunde geschlafen hatte, war mein Plan, einfach vom Club direkt zum Busbahnhof zu gehen. Um 5 Uhr sollten wir am Hostel abgeholt werden. Leider hatte ich irgendwann garkeine Ahnung mehr wie spät es war und wann ich wo sein sollte, also wartete ich vollkommen selbstsicher auf der Dachterasse des Hostels darauf abgeholt zu werden. Als es dann irgendwann doch schon 6 Uhr war dachte ich mir ich schau mal im Zimmer wo Santiago ist. Der wartete dort auf mich. Nicht so begeistert. Da er mich nicht erreicht oder gefunden hatte, war er mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren, wo er mich aber nicht gefunden hatte. Da er nicht alleine los wollte, ist er also zurück zum Hostel gekommen. Mehr oder weniger glücklich konnten wir dann aber den Bus noch umbuchen und wurden dann eine Stunde später für den nächsten Bus abgeholt. Fünf Stunden Bus fahrt. Ich glaube hätte ich nicht die gesamte Zeit geschlafen, mir wäre unglaublich schlecht gewesen. So kann ich mich nicht einmal mehr daran erinnern wie ich in den Bus eingestiegen bin. Könnte sein, dass das nicht nur an der Müdigkeit lag. In Ica angekommen ging es noch einmal 10 Minuten mit dem Taxi in die Oase am Rande der Huacachina Desert, unserem eigentlichen Ziel. Ein Glück waren wir nicht schon 3 Stunden früher hier gewesen. In diesem Dort gab es einfach nix zu tun. Im Grunde bestand es nur aus einer Reihe Restaurants, die sich um das kleine Wasserbecken versammelten. Schon irgendwie schön, aber die ersten zwei Stunden konnte ich die Landschaft noch nicht so wirklich genießen. Um 16 Uhr ging dann die Sand Buggy Tour los. Gemeinsam mit 10 anderen Personen plus Fahrer wurde man in das Auto, was im Grunde nur aus einem Stahlkäfig bestand eingeschnallt und dann ging es über die Dünen raus in die Wüste. Erst jetzt wurde einem bewusst wie riesig sie war. Alleine hätte man sich hier vermutlich nach 5 Minuten verlaufen. Mit viel Geschrei, Gelache und Sand in den Augen erreichten wir irgendwann den Gipfel der ersten Düne für einen Stopp. Aus dem „Kofferraum“ wurden Holzbretter herausgeholt, die Sand Boards. Mit denen durften oder eigentlich sollten wir uns jetzt auf dem Bauch liegend entspannt den Hang hinuntergleiten lassen. Dadurch das ich das in Australien auf Moreton Island im vergangenen Jahr schon mal gemacht hatte, war es nicht mehr so super aufregend, aber dennoch sehr spaßig. Aufregender wurde es dann beim zweiten und dritten Hang, die noch mal deutlich steiler waren. Man hatte kurz ein bisschen Panik man könne nie wieder anhalten und würde einfach über die folgenden Dünen hinweg fahren. Mittlerweile war auch der letzte Rest Alkohol im Blut vom Adrenalin verdrängt worden. Perfekt zum Sonnenuntergang erreichten wir wieder die Oase.
5 Stunden später waren wir im Hostel. So sollte man immer auskatern. Wäre doch viel produktiver.  

 

 

 

- M A C H U   P I C C H U - 

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Ein Lama Postkartenmotiv: Machu Picchu Machu Picchu von Oben WG Schweini immer dabei

 

.... text folgt

Auf zu neuen Ufern: Teil 1 - Kolumbien

24Sept2018

Es wird endlich mal wieder Zeit eine größere Reise anzutreten. Nachdem es mittlerweile schon wieder mehr als ein Jahr her ist, dass ich aus dem Auslandssemester in Australien zurück gekommen bin, bin ich wieder bereit neues zu entdecken. Wo sollte es also hingehen war die Frage. Glücklicherweise hatten wir ein Jahr zuvor in meiner WG in Berlin für einen Monat einen Mitbewohner aus Kolumbien, der in Berlin für einen deutsch Kurs zu Besuch war. Da der Kontakt immer noch bestand dachte ich mir, lieber jetzt als nie.
 
Wir telefonierten also einmal miteinander und besprachen wie unsere zeitliche Planung kombinierbar wäre. Zunächst wollten wir uns in Rio de Janeiro treffen, ein wenig Brasilien entdecken und dann nach Kolumbien, als ich dann aber feststellten, das die Flüge von Brasilien nach Kolumbien mit knapp 700€ genau so teuer sind wie die von Europa direkt nach Kolumbien, gab ich diese Idee recht schnell auf. Damit er als Kolumbianer nicht nur „zuhause“ Urlaub machen muss, entschieden wir uns stattdessen dem Machu Picchu noch einen Besuch abzustatten.
Durch die Zeitverschiebung von 7 Stunden lief die Planung eher schleppend; immer wenn es bei mir Tags war, war es bei ihm noch früh am Morgen, wenn er mit der Arbeit fertig war, war es in Deutschland schon nach Mitternacht. Schließlich aber einigten wir uns, etwa einen Monat bevor die Reise losgehen sollte buchte ich meine Flüge und machte alles dingfest. Vom 12. September bis 3. Oktober sollte es also nach Kolumbien und Peru gehen, mit einem kleinen Zwischenstopp in Toronto, Kanada auf dem Rückweg.
 
 
 
 
- B O G O T A -
 
Wie bei mir so üblich begann die Reise mit etwas Stress verbunden. Da ich meinen letzten Arbeitstag am Dienstag den 11.09. hatte und bis dahin mein Zimmer in der WG in Braunschweig untervermieten musste, konnte ich mich zunächst noch garnicht wirklich auf die Reise vorbereiten. Glücklicherweise war mein Kumpel Santiago dort etwas weitsichtiger und kümmerte sich schon vorab um die Züge von Cusco nach Machu Picchu da diese schnell ausgebucht sind und auch weit im Voraus schon 80$ pro Richtung kosten.
 
Um es noch ein wenig stressiger zu machen war ich am Wochenende zuvor noch mit Freunden auf dem lollapalooza Festival in Berlin. Nach einer Menge hin und her hatte ich dann aber doch endlich alles beisammen und machte mich auf den Weg zum Flughafen Berlin Tegel. Wenigstens die Fahrt dorthin ist schnell und unkompliziert.
 
Die erste Überraschung der Reise kam bereits im Flieger, als sich mein als Fensterplatz reservierter Sitz als Platz ohne Fenster entpuppte. Entschädigt würde ich dafür, das ich mich danach umsetzen konnte, und einen Fensterplatz in reiner freien Reihe am Notausgang bekam, mit extra Beinfreiheit. Das Essen war wie es in den meisten Airlines eben so ist, für Entertainment musste man selbst sorgen. Glücklicherweise hatte ich mir zuvor ein paar Netflix Serien runter geladen. Nach einer Stunde Aufenthalt in Toronto, erreichte ich mach ca. 15 Stunden Reisezeit Bogota, wo mich Santiago bereits am Flughafen erwartete.
Offensichtlich schwer vom Jetlag gezeichnet fuhren wir zu ihm, tranken noch ein Bierchen und gingen zu Bett.
 
Bevor es dann am nächsten Abend mit dem Bus nach Salento weiter gehen sollte, hatte ich einen Tag in Bogota um mir Kolumbiens Hauptstadt mit seinen mehr als 9 Millionen Einwohnern bei Tageslicht anzuschauen.
Nachdem der Sommer in Berlin immer noch kein Ende gefunden hatte, wachte ich in Bogota am Morgen frierend auf. 15 grad Tagestemperatur wird hier schon als angenehm bezeichnet.
 
Gemeinsam mit Santiago fuhr ich also das erste Stück bis in die Stadt. An seinem Arbeitsplatz setze er mich ab. Von hier aus setzte ich meine Reise durch die hügligen Wohngebiete in Richtung Stadtzentrum fort. Das Panorama wechselte zwischen modernen Apartment Hochhaus Siedlungen und heruntergekommenen Favelaz in denen vermutlich die meisten Häuser selbst aus Blech und Ton zusammen gebaut sind. Das Zentrum der Stadt teilt sich auf in den „modernen“ Business District und die Altstadt die durch ihren kolonialen Baustile bestimmt wird. Zwischen dem Kolonialmuseum und dem Plazoleta Chorro de Quevedo befindet sich der Stadtteil La Candelaria mit zahlreichen kleinen Straßen voll mit Cafés, Bars, Hostels und natürlich den dazugehörigen Touristen. Nicht selten kommt es vor, dass sobald man auch nur eine Straße zu weit geht, einen die Menschen angucken als hätten sie noch nie einen „Gringo“ gesehen. Besonders die Kinder winken einem immer wieder zu und versuchen einen mit ihren frisch erworbenen englisch Künsten zu begeistern.
Um etwas mehr über die künstlerische Geschichte der Stadt zu lernen, machte ich am Nachmittag eine free Graffiti Art walking Tour durch La Candelaria und Veracruz. Die Tour wurde geführt von einer jungen Künstlerin, die selbst in der Graffiti Szene in Bogota aktiv ist und somit für unterhaltsame und wissenswerte zwei Stunden sorgte. Natürlich sind diese Touren am Ende doch nicht ganz umsonst, sondern basieren auf Spendenbasis. In der Regel ist man mit 5-7€ immer gut dabei und meines Erachtens für eine zweistündige Führung auch durchaus okay. Einziges Manko an dieser Stadt ist, das die Wettervorhersage jeden Tag bei 40% regen steht. Man weiß also nie genau was passiert. Während der Tour hatten wir dann leider nicht so viel Glück und wir wurden von einem recht heftigen Regenschauer überrascht. Was unseren Tourguide aber nicht davon abhielt die Tour fortzusetzen. Bevor es dann zum Bus ging könnten wir uns noch was ganz besonders kolumbianisches. Burger mit Pommes.
Am Busbahnhof dann gab es zunächst etwas Chaos, da drei verschiedene Busse zur gleichen Zeit vom gleichen Schalter abfuhren. Am Ende dann wurde ich mit einem Haufen anderer Touris (darunter natürlich vorwiegend Deutsche und Holländer) in einem Bus verfrachtet und meine erste Busfahrt auf südamerikanischem Boden sollte begonnen. Dauer 6 bis 8 Stunden.
 
La Calanderia
Nacht (18Uhr) in Bogota 
 
 
- S A L E N T O -
 
Morgens um ca. 4:30 erreichten wir den Busbahnhof in Armenia. Ich und die anderen Touris wunderten uns reichlich, als wir feststellten das dies schon der finale stop ist und wir sogar 1,5 Stunden vor der Zeit angekommen waren.
Da standen wir also um 4:30 morgens an diesem Busbahnhof wo natürlich keiner ein Wort English sprach. Glücklicherweise wusste man offensichtlich das alle Backpacker das gleiche Ziel haben. Man kam und also winkend entgegen den Namen des finalen Zieles auf den Lippen.
Nachdem wir alle langsam erwacht waren entschieden wir uns im Kollektiv, das wenn wir alle den gleichen Bus nehmen, und schon noch do viel passieren kann. Gemeinsam also mit einigen deutschen, Holländern, Belgiern und Franzosen (den üblichen Backpackern also) wurden wir in den viel zu kleinen Bus gestapelt. Für etwa 10.000 cop (also etwa 3€) wurden wir in das Dorf Salento gebracht. Perfekt zum Frühstück trafen wir im Hostel ein. 7 Uhr morgens.
 
Da die Zimmer, oder eher Betten, eh erst um 14 Uhr bezogen werden konnten, entschied ich mich mit einem Holländer der neben mir beim Frühstück saß, die Zeit doch eher vernünftig zu nutzen und uns direkt auf den Weg in naheliegende Cocora Valley zu begeben. Dies war auch der Hauptgrund, warum all die Backpacker sich in dieses abgelegene Örtchen begaben.
 
Nachdem wir also unseren Kaffee getrunken und das Müsli mit frischer Ananas und einem Arepa gegessen verspeist hatten, packen wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
An der Rezeption sammelten wir noch zwei Mädels aus Israel ein, die das gleiche Ziel hatten.
Vom zentralen Platz des Ortes aus ging es mit alten Jeep’s in Richtung Valley. Während in dem kleinen Auto 8 Personen auf den zwei Rückbänken Platz fanden, wurden noch drei weitere auf dem hinteren Trittbrett abgestellt. Zwar musste man sich bei der kurvigen Fahrt gut festhalten, dafür bekam man aber auch eine angenehme Briese ab und konnte die Aussicht genießen. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir dann einen Parkplatz auf dem sich etliche Touristen und Pferde tummelten. Wir entschieden uns, die Wanderung auf zwei Beinen fortzusetzen. Nachdem wir zunächst einige Weiden entlang eines Flusses durchquerten, gelangten wir bald ab den Anfang eines dichten Waldes. Über Stock und Stein stiefelten wir in das immer tropischer werdende Gestrüpp hinein.

Dank des Regens am morgen, war der Boden noch gut aufgeweicht und rutschig. Umso glücklicher waren wir, das wir uns auf Anraten des freundlichen Hostelmiatarbeiters für die Gummistiefel entschieden hatten. Besonders aber, als wir plötzlich vor einem Fluss standen, durch den wir scheinbar hindurch warten mussten. Natürlich garkein Problem mit den Stiefeln. Solange man nicht ausrutscht und einem das Wasser von oben in den Stiefel läuft. Was mir natürlich nicht passiert ist, aber zwei der 3 anderen. Noch besser wurde es dann, als wir auf halbem Weg im Fluss feststellten, das 10 Meter weiter eine Brücke war, die wir stattdessen hätten benutzen können. Wäre aber auch lange nicht so spannend gewesen. So setzten wir unsere Wanderung fort. Für die nächsten 10 Flussüberquerungen entschieden wir uns dann aber doch für die Brücke. Das war zwar nicht zwingend sicherer, aber wenigstens trockener. Nach etwa einer Stunde dann erreichten wir eine Gabelung. Der eine Weg führte noch weiter in den Wald hinein, der andere den Hang hinauf und dann in einem Bogen zurück zum Ausgangpunkt.
Da mittlerweile der Regen wieder begann einzusetzen entschieden wir uns den Berg nach oben zu laufen. Das Problem bei Regen in tropischen Regionen ist ja immer, dass es, obwohl es regnet, immer noch ziemlich warm war. So wurden wir also von außen als auch in der Regenjacke ziemlich nass. Dafür verstärkte dieser Umstand noch mehr das Gefühl im „Regenwald“ zu sein. Klasse.

Oben angekommen lichtete sich der Wald zu einer steil den Hang aufsteigenden Wiese. Von hier sollte man jetzt eigentlich einen bezaubernden Blick auf das Palm Valley haben. Leider steckten wir genau in den Wolken drin, sodass man außer etwas Grün und Grau nicht wirklich viel sehen konnte. Glücklicherweise fanden wir bald eine Hütte in der heiße Schokolade und Kaffee verkauft wurde. Was auch sonst in Kolumbien. Wir wärmten uns also etwas auf und versuchten sowas wie trocken zu werden. Immerhin, im vergleich zu mach anderen, die nur in T-Shirt und Sneakern unterwegs waren, wirkten wir noch wie Profibergsteiger. Irgendwann wandelte sich dann der Regen in leichten Niesel um, sodass wir entschieden dass es wohl besser nicht mehr werden würde und setzten den Spaziergang fort. Und das Wetter meinte es am Ende doch noch gut mit uns, langsam verzogen sich die Wolken und boten einen doch recht beeindruckenden Blick in das Tal hinunter. Schnell ein paar Fotos machen. Nach insgesamt etwa 3 Stunden Wanderung erreichten wir wieder die kleinen Jeeps die uns zurück nach Salento brachten.

Da es nun immer noch recht früh war pausierten wir zunächst etwas, bevor wir noch ein wenig die drei Straßen des Ortes erkundeten. Am Abend dann endlich wieder das typische Hostelleben, welches ich schon wieder so vermisst hatte. Bierchen, billige Drinks, Kartenspiele und neue Leute kennen lernen, die man vermutlich im Leben nicht wieder sieht. Irgendwie schön, aber auch nervig. Und das war mir schon am ersten Tag bewusst. Auch irgendwie doof. Naja. YOLO.

Am nächsten morgen wollten wir eigentlich früh raus um die Cafe Plantagen zu besuchen. Leider waren wir im timing nicht so super, weshalb wir ein paar Minuten zu spät am Marktplatz waren und so den Pick-Up verpassten. Dann eben noch mal die Stadt erkunden. Gepart mit etwas Souvenier Shopping. Um 13 Uhr ging es dann schon wieder weiter. Erneut 8 Stunden im Bus, sodass wir gegen Abend in Medellin ankommen. So der Plan, damit wir auch noch ein bisschen was vom Nachtleben dieser Stadt mitbekommen sollte, von der wir mittlerweile schon einiges gehört hatten. Im Mercedes Sprinter Bus in den etwa 15 Personen passten, 10 davon Deutsche, ging es über eine weniger oder eher mehr miserable Straße durch die Berge. Wenigstens wurde es schnell dunkel, dann musste man das Elend wenigstens nicht sehen. Es regnete mal wieder. Beileid an all die Leute, die auf dieser von Schlaglöchern und fehlendem Asphalt gezeichneten Straße mit dem Roller unterwegs waren.
 
Mit dem Jeep zum Cocora Valley 
 
 
 
- M E D E L L I N - 
 
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La Piedra or El Peñol Aussicht Guatapé Comuna 13, MedellinMedellin Centre 
Paragliding über Medellin
 
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- S A N T A    M A R T A - 
 
 
Republica Hostel Santa Marta Tayrona National Park Perfekter Strand Tauchem im Tayrona National Park Kakao Testing in Minca
 
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- C A R T A G E N A - 
 
 
Playa Blanca bei Cartagena Neues Abenteuer: Jetski

Studieren und Reisen Teil 4: Praktikum in Wolfenbüttel

31Juli2018

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Back to Bali

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Studieren und Reisen Teil 3: Auslandssemester Australien

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Studieren und Reisen Teil 2: China

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Studieren und Reisen Teil 1: Neue Heimat Berlin

31Aug2016

 

Prenzlauer Berg. Berlin.

Mittlerweile lebe ich nun schon einige Zeit in dieser Stadt. Eigentlich aber lebt man viel weniger in Berlin, sondern einfach nur in seinem Kiez. Auch Prenzlauer Berg wäre noch zu weit gefasst. Der Bezirk hat immerhin fast 400.000 Einwohner und ist damit allein schon fast so groß wie meine Heimatstadt Bremen. Viel mehr spielt sich das Leben in einem viel kleineren Umfeld ab. Alles was ca. 10 Minuten zufuß entfehrnt ist in etwa. Immer wieder bin ich darüber erstaunt, wie wenig man am Ende von der größe dieser Stadt mitbekommt. Früher, als ich mal so zu Besuch in Berlin war, ist es quasi selbstverständlich gewesen, dass man einmal am Brandenburger Tor vorbei schaut. In ca. einem Jahr leben in Berlin, bin ich vielleicht zwei oder drei mal dort gewesen. Wenn ich Besuch hatte. 

Vorwiegend kommt man aus seinem Kiez raus, wenn man abends mit Freunden unterwegs ist um feiern zu gehen. Dann erst merkt man wieder, das man wirklich in dieser riesigen Stadt wohnt, die quasi kein Ende hat. 30 Minuten in der U-Bahn zu sitzen sind für jeden Berlin Alltag. Für mich fühlt es sich immer noch an wie eine riesen Zeitverschwendung. Aber man lernt damit zu leben. Vielleicht mal wieder Zeit ein Buch zu lesen, oder eben doch Instagram. 

Der Prenzlauer Berg bietet neben Öko- und Holzspielzeugläden eine unmenge an Cafes und Restaurants, sodas man eigentlich nie einkaufen gehen müsste. Hätte man doch als Student nicht quasi immer finanzielle Probleme. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Stadt auf einmal gefühlt explodiert und das Leben nur noch auf der Straße stattfindet, zeigt sich Berlin von seiner mulitkulturellen und vielfältigen Seite, die es glaube ich so tatsächlich nirgens wo sonst gibt. Neben den Jugendlichen des Gymnasiums um die Ecke, die quasi jeden Nachmittag auf dem Spielplatz FlunkyBall spielen, dem schwäbischen Vater (ja die Klischets stimmen wirklich), der seinen 2er-Kinderwagen vor sich her schiebt und dabei evtl. einen Joint raucht, oder den Spaniern, Franzosen und Italienern, von denen man nicht weiß ob sie hier Touristen sind oder doch hier wohnen. Anders als an der East Side Galery, wo sich ungefähr kein vernünftiger in Berlin lebender aufhalten würde, wenn er nicht alle 3 Minuten von einer neuen Busladung Touris überrannt werden wollen würde. 

 

 

24/7 frisches Obst Spielplatz im Prenzlauer Berg Prenzlauer Berg 

 

 

Auch wenn ich davor ja schon in einigen Hostels für z.T. mehrere Monate mit den gleichen Leuten gelebt habe, ist das Leben in der ersten richtigen WG doch noch mal was anderes. Besonders zu Anfang war das Leben von uns allen extrem aufeinander abgstimmt. Da wir alle neu waren in Berlin, war es für uns alle wichtig ersteinmal Leute kennen zu lernen. Wie praktisch, wenn man eine große Wohnung hat, die auch nahe der Uni ist, sodas man die Leute immer einfach zu sich nach Hause einladen kann. Der Bierpong Tisch im Flur war quasi täglicher Gebrauchsgegenstand. Mehr auf jeden Fall als Spülmaschiene und Staubsauger. Aber mit der Zeit lebt man sich dann doch so ein, man gewöhnt sich (leider) doch so schnell an alles. 

Viel zu schnell geht die Zeit rum und Berlin ist auch nur noch eine Stadt von vielen. Das ist in keinem Fall negativ gemeint, ich liebe diese Stadt jeden Tag mehr und schätze was sie zu bieten hat, aber trotzdem lebt man doch mehr oder weniger einen Alltag wie jeder andere. Außer natürlich man gehört tatsächlich zu diesen Menschen, die ihr gesamtes Wochenende im Berghain verbringen. Aber auch das ist Berlin, es kann sich eben jeder aussuchen, wie und wo und womit er sich entfalten möchte, ohne das man komisch angeguckt wird. 

Diese Stadt bietet eine unglaubliche Freiheit, was irgenwie skuriel ist, da man zur gleichen Zeit das Gefühl hat diese Stadt würde einen verschlucken. 

 

 

Berliner Dom Willi-Brandt-Haus  Alexanderplatz

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