Schweden - die Freiheit des Nordens

30Okt2020

kalt wars... 

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23Aug2020

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Vanlife in den Niederlanden

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Marokko - von Afrika in den Lockdown

22März2020

kommt bald... 

London - die Stadt in einer neuen Perspektive

03Feb2020

coming soon... 

Ein Sommer. Acht Festivals

09Sept2019

Wie kann man in einem Sommer möglichst viele Festivals besuchen und dabei möglichst wenig Geld ausgeben? Das war für mich die große Frage für den Sommer 2019. Zwar war mir bewusst, dass es mehrere Anbieter gibt, bei denen man zum Beispiel als Bar-Servicekraft auf Festivals arbeiten konnte, allerdings habe ich das schon mehrere Jahre gemacht und wollte dies unter allen Umständen vermeiden.

Am Ende des Sommers habe ich es geschafft insgesamt acht Festivals zu besuchen und insgesamt nur 35€ für den Eintritt zu bezahlen. Besser noch, obwohl ich nicht an Essen und Trinken auf den Festivals gespart habe, bin ich trotzdem noch mit mehr Geld am Ende rausgekommen als ich ausgeben konnte. Hier kommen acht kleine Anekdoten und Tipps, wie man diverse Festivals besuchen kann ohne einen Cent auszugeben.

Nummer 1: Fusion Festival – 30.06.2019

Fusion

Nachdem ich mich bereits Monate im Voraus für das Techno Festival Fusion mit einer Gruppe von Freunden angemeldet hatte, wurden wir leider bis zum Ende enttäuscht. Aufgrund der großen Nachfrage werden die Tickets in mehreren Runden verlost. Da wir aber kein Glück hatten, standen wir zum Schluss aber ohne Tickets da. Aber so einfach wollte ich nicht aufgeben. Die letzte Chance, Sonntagstickets. Für 40€ bestand die Möglichkeit für den quasi „letzten“ Tag aufs Gelände zu kommen. Offiziell war das Festival am Montag vorbei, aber viele Besucher und auch DJs bleiben eh immer bis Dienstag oder Mittwoch. Letztendlich konnte sich aber keine wirklich mobilisieren mitzukommen, daher entschied ich mich den Sonntag zu arbeiten. Bei 38 Grad fuhr ich also den ganzen Tag durch Berlin und musste die gerade auf den Markt gekommenen E-Scooter einsammeln. Immerhin, 19€ die Stunde. Um 21 Uhr hatte ich Feierabend. Ich dachte mir, ok was solls, ich habe gerade genug verdient, ich nehm mir einfach einen Mietwagen und fahre trotzdem hin. Spontan entschied sich meine Mitbewohnerin und ein Kumpel dazu auch mitzukommen. Gemeinsam machten wir uns also um 22 Uhr abends auf den Weg. Von Berlin fuhren wir etwa 1,5 Stunden bis wir da waren. Da der offizielle Ticketverkauf bereits um 18 Uhr endete, waren die Tore bei unserer Ankunft bereits offen. So konnten wir komplett ohne zu bezahlen auf die Fusion. So feierten wir die Nacht durch, verbrachten den nächsten Nachmittag entspannt am See und fuhren entspannt am Montagabend zurück.

 

Nummer 2: Breminale – 05.- 07.07.2019

Breminale

Die Breminale ist ein jährlich stattfindendes öffentliches Straßenfestival in Bremen. Gelegen direkt auf den grünen Deichwiesen entlang der Weser im Herzen Bremens, hat es trotz der namentlichen Ähnlichkeit nichts gemeinsam mit der Berlinale.

Die Breminale ist ist eines von der Stadt und den Bremer Radiosendern veranstaltetes Event, das für jeden was bietet. Von Oldies bis HipHop und Techno Musik ist in jedem Der einzelnen Zelte und Bühnen, dem Genre der Radiosender entsprechende Musik zu finden. Zwischen den Rot-Weiß gestreiften Zelten finden sich Essens und Getränkestände aller Art. Immer wieder ein guter Grund in die alte Heimat zu kommen. Insbesondere am Wochenende quilt der Deich aus allen Nähten. Wenn das offizielle Event vorbei ist, zieht es viele der insbesondere jungen Leute in das nahegelegene „Viertel“. Keine 5 Minuten zu Fuß entfernt vom Deich reiht sich hier eine Bar an die nächste. Bei schönem Wetter macht es aber fast noch am meisten Spaß sich einfach mit einem Bierchen oder drei auf die Sielwallkreuzung zu setzen und dem bunten Treiben zuzuschauen. Angeregte Gespräche von Menschen die sich endlich mal wieder gefunden haben, oder gerade erst kennengelernt. Der Gruppe auf der anderen Straßenseite, die immer wieder ihre Musik voll aufdreht und auf der Kreuzung tanzt, bis die Polizei erneut mich einem Mannschaftswagen anrückt und die Leute mit einer Menschenkette versucht auf den Bürgersteig zurück zu drängen. Bis sie dann fünf Minuten später wieder verschwinden und die Partie weitergeht.

Natürlich darf ein Rollo von Arabic nicht fehlen, solange die Schlange nicht wieder viel zu lang ist.

Während dieser Tage zeigt sich Bremen immer wieder von seiner schönsten Seite.

 

 

Nummer 3: Feel Festival - 12.-14.07.2019

Nach einem Wochenende Pausa stand also bereits das nächste Festival an. Diesmal das erste, welches in mit einer großen Gruppe geplant hatte. Insgesamt wollten wir mit 9 Leuten anreisen. Da wir aber nur ein Auto hatten, welches mit Gepäck voll beladen nur mit Mühe Platz hatte für 4 Personen, fuhren die restlichen Leute mit dem Bus.

So machten wir uns auf den Weg zum Feel Festival. Gelegen an einem See eines alten Tagebaus irgendwo im tiefsten Brandenburg etwa eine Stunde außerhalb von Berlin füllten sich langsam die Straßen. Ein Stau aus Campern, überladenen PKW und alten VW Bullis reihten sich aneinander. Alle mit dem Ziel den bestmöglichen Platz auf dem Gelände zu ergattern. Nachdem wir bereits über eine Stunde im Stau gestanden hatten, mussten wir feststellen, dass wir zwar das Glück hatten, das uns Tickets hinterlegt worden waren, diese aber leider am Ticketschalter abzuholen waren und nicht bei der Zufahrt aufs Gelände. So mussten wir das Auto stehen lassen und machten uns zu Fuß auf den Weg zurück. Glücklicherweise wurden wir von ein paar netten Leuten am Straßenrand aufgesammelt und ein Stück mitgenommen, was zumindest einen Teil des Weges verkürzte. Nachdem wir dann erneut etwa eine Stunde angestanden hatten, um unsere Bändchen abzuholen, machten wir uns auf den Fußmarsch zurück. Wenigstens mussten wir uns nicht noch mal in den Stau stellen. Und dann waren wir endlich auf dem Gelände. Das ist immer einer meiner liebsten Momente, wenn man ein Festivalgelände betritt und ein Gefühl völliger Freiheit hat. Es gelten keine normalen Regeln mehr. Man kann einfach auf dem Auto sitzen und sein Bierchen trinken während man durch die Gegend fährt und versucht einen der letzten vernünftigen Plätze zu ergattern. Nachdem wir uns endlich eine Lücke erkämpft hatten und die ersten Zelte standen, hieß es irgendwie zu versuchen den Rest der Truppe, die mit dem Bus angereist waren zu erreichen. Wie so oft, und insbesondere in den ländlichen Gebieten um Berlin, war der Empfang sehr sehr schlecht. Mit Glück schaffte man es eine SMS zu verschicken, ohnehin sind Festivals glaube ich eh das einzige Existenzrecht, dass für SMS geblieben ist. Einen Standort über WhatsApp zu verschicken war quasi undenkbar.

Nachdem wir endlich alle beisammen waren und die erste Dose Ravioli verputz war ging es los. 3 Tage Party zu feinster Techno Musik. Solch ein Festival ist im Grunde schwer zu beschreiben. Man schläft wenig. Man duscht wenig (oder auch garnicht), man tanzt Nächte durch die leider viel zu kurz sind. Alles ist aufregend, alles ist schön. Alle Menschen sind gut drauf. Man lebt wie in einer Blase. Auf der einen Seite ist dieses Leben anstrengend und man freut sich, dass es nach einigen Tagen wieder vorbei ist. Dennoch wünscht man sich, dass dieses Leben nie aufhört. So fern von jeder Struktur, Tagesabläufen, Zwängen und Verhaltensmuster. Jeder Mensch ist für sich selbst und doch zusammen mit allen anderen.

Dann, doch wieder viel zu schnell ist es wieder vorbei. Noch ein letzten mal am Strand in der Sonne liegen und den Kopf entspannt zum Beat wippen, der immer noch unaufhörlich aus den Boxen der Strand Bühne schallt. Aus dem Hintergrund dringen die Klänge der anderen Bühnen zu einem durch und machen einen auf neue Neugierig was dort vielleicht noch los sein könnte. Doch, man soll ja bekanntlich aufhören wenns am schönsten ist.

 

 

Nummer 4: MELT - 17.-19.07.2019

Wieder eine Woche später. Gerade einigermaßen erholt vom Feel Festival lag ich abends im Bett und daddelte auf meinem Handy rum. Noch immer war ich am überlegen ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gäbe, wie ich aufs MELT Festival gelangen könnte. Durch „Zufall“ wurde mir eine gesponsorte Story in Instagram angezeigt. Es würde noch Promoter Personal gesucht werden fürs Melt Festival. Bezahlt. Gratis Ticket. Nachts um 1 Uhr. Warum nicht dachte ich, was habe ich noch zu verlieren. Also folgte ich der Anweisung, wischte nach Oben und füllte das kurze Anmeldeformular aus. Keine Stunde später bekam ich eine E-Mail. „Wenn du Lust hast, dann sei dabei, wir haben noch freie Stellen“ hieß es. Ohne noch groß zu überlegen sagte ich zu. Am nächsten Morgen unterschrieb ich den zugesandten Vertrag. Da war es also. Festival Nummer 4. 

 

 

 

Nummer 5: Art Lake - 06.- 08.08.2019

 

 

Nummer 6: Wilde Möhre - 08.-10.08.2019

 

 

Nummer 7: About You Pangea Festival - 22.-25.08.2019

Pangea

 

Nummer 8: Lollapalooza Berlin - 07.- 08.09.2019

Geld verdienen zum Reisen?

14Jan2019

Einfach weil ich danach selbst früher immer wieder gesucht habe...


WIE VERDIENT MAN EIGENTLICH MÖGLICHST SCHNELL GELD MIT MÖGLICHST WENIG AUFWAND?

 

Ein neues Jahr hat begonnen und natürlich sollen auch 2019 wieder einige Reiseträume erfüllt werden. Für mich persönlich habe ich mir vorgenommen, jedes Jahr zumindest ein neues Land zu entdecken. Das wird natürlich mit der Zeit immer schwerer, aber im besten Falle hat man ja mit voranschreitendem Alter auch etwas mehr Geld übrig, um sich auch später noch Träume zu erfüllen.

Für dieses Jahr plane ich derzeit eine Reise nach Island im Februar. Mal gucken…

Aber, wie kann man sich sowas leisten. Da ich mittlerweile 25 Jahre alt bin, bekomme ich kein Kindergeld mehr und auch die Krankenversicherung muss man selbst zahlen. Das sind schon mal fast 300€ die man von einen auf den anderen Tag weniger zur Verfügung hat.

Tatsächlich hat mich diese Umstellung auch härter getroffen als gedacht. Wie klappt es also, dass man als Student trotzdem noch in den Semesterferien reisen kann?
Zunächst einmal natürlich der beste Tipp, versucht einfach jeden Monat etwas beiseitelegen. Wenn ihr meine älteren Beiträge gesehen habt, wisst ihr ja das ich im September und Oktober in Kolumbien und Peru war, obgleich ich davor im Praktikum nicht schlecht verdient hatte, war nach der Reise vom Angesparten leider nicht mehr viel übrig.

Ich musste mir also möglichst schnell einen neuen Job suchen. Glücklicherweise findet man besonders auf eBay Kleineinzeigen eigentlich überall Arbeit. Einfach mal durchgucken und inspirieren lassen. Von klassischen Gastro Jobs, über Foodora Fahrer (wo man das Trinkgeld zu den 10€ Stundenlohn komplett behalten darf), bis Lagerhelfer oder Babysitter gibt es dort viele Jobs, wo du schnell Geld verdienen kannst und oft auch direkt etwas Cash in Hand bekommt. Auch Leiharbeitsfirmen wie InStaff und, meine persönliche Empfehlung, ZenJob bieten attraktive Möglichkeiten. Bei ZenJob zum Beispiel verdienst du mindestens 10,50€ die Stunde. Arbeitest du weniger als die angegebene Zeit, wirst du trotzdem voll bezahlt. Größtes Plus, 50% des Gehalts bekommst du bereits 2-3 Tage später, den Rest am jeweiligen Ende des Monats.
Ansonsten würde ich immer versuchen, einfach das Unternehmen, für das Ihr euch interessiert direkt anzuschreiben oder auf deren Website nach Ausschreibungen gucken. Ich habe mich zum Beispiel für einen Job in der Eventbranche entschieden, wo ich viel Nachts arbeiten konnte, das war neben dem Studium ganz praktisch, auf Dauer würde ich als Student dann aber doch immer einen Werkstudentenjob empfehlen. Da verdient man einfach mehr.

Jetzt noch ein paar etwas unkonventionellere Jobs:
bewerbt euch einfach mal bei Mercedes-Benz, VW oder anderen Autobauern (je nachdem wo ihr wohnt). Dort gibt es in den Semesterferien immer mehrere 1000 Jobs für Schüler und Studenten. Die Arbeit ist zwar meistens super langweilig und monoton, dafür verdienst du aber mindestens 15€ die Stunde, was am Monatsende schnell mal 2500€ macht. Manchmal bekommt ihr zudem noch weitere Benefits wie z.B. einen Staplerschein bezahlt.
Und nun der Grund wieso ich überhaupt dazu komme diesen Beitrag zu schreiben. Zur Zeit sitze ich in der Charité und nehme an einer medizinischen Studie teil. Das mag zwar vielleicht für viele etwas ungewöhnlich klingen, im Grunde ist es allerdings nicht sonderlich dramatisch. Das größte Problem ist eigentlich eher, dass man irgendwie die Zeit totschlagen muss. Viel lesen also, oder eben für Klausuren lernen, Hausarbeiten oder die Bachelorarbeit schreiben. Natürlich sollte man das Risiko nie ganz vergessen (man testet schließlich unbekannte Medikamente), dennoch sind diese sehr gering. Und vor allem ist die glaube ich die ultimative Chance, wie man sich schnell den nächsten Urlaub finanzieren kann. Bezahlungen für einen Stationären Aufenthalt sind in der Regel zwischen 1000 – 5000€ und das manchmal schon für 2-3 Tage.

Deswegen sitze ich jetzt also hier und kann während ich Geld verdiene gleichzeitig meinen nächsten Urlaub planen und mir schon mal vorstellen, was ich mit dem Geld alles anstellen kann.

Auf ein erlebnisreiches Jahr 2019!

Back to Berlin: Das finale Jahr

16Okt2018

Endlich mal wieder für längere Zeit in Berlin bleiben. Darauf habe ich mich schon in den letzten Wochen am meisten gefreut. 

Und auch wenn ich endlich wieder in meine alte WG zurück gehen sollte, so hatte ich doch nur noch 3 Wochen die ich dort verbringen sollte. Da sich unsere WG leider noch während meiner Abwesenheit begann aufzulösen, blieben mir nur noch wenige Wochen um mich umzuorientieren und eine neue Wohnung oder Wohngemeinschaft zu finden. Schade eigentlich. Wenn ich daran zurück denke, was ich in den letzten drei Jahren hier alles erlebt hatte.
Die verrückten Abende bei denen auf einmal spontan 10-20 Leute in der Küche saßen, die Abende zu zweit mit Jonas wo wir von einem Späti zum nächsten zogen bis wir nicht mehr konnten, uns so kalt war das wir das kalte Bier nicht mehr halten konnten oder uns klar wurde das wir in ein paar Stunden schon wieder in der Uni sitzen müssen, oder den entspannten Abenden nur mit der WG, nachdem wir auf dem Balkon zunächst die frische Luft genossen hatten, danach lustige Videos auf YouTube guckend fast im Sofa versinkend. All dies sollte nun zuende sein.
Zeit für ein neues Kapitel.
Doch dies wäre nicht meine Geschichte, wenn sie nicht wieder mit einer menge Stress verbunden wäre. Vielleicht gibt es Menschen die einfach zum im Stress leben geboren werden. Mittlerweile habe ich noch zwei Wochen übrig um ein neues Zuhause zu finden, nebenher habe ich 8 Stunden Uni täglich um mich auf meine IHK Prüfungen in 6 Wochen vorzubereiten und muss noch einen Job suchen.
Kleiner Tipp: werdet nicht 25 Jahre alt. Nicht nur dass ihr dann kein Kindergeld mehr bekommt, man soll sich plötzlich auch noch selbst Krankenversichern. Aber woher das Geld nehmen wenn nicht stehlen. Wenn es einen Gott gibt, dann hat er seltsame Pläne mit mir.

Abgesehen davon aber verzaubert Berlin nach wie vor mit dem besten Wetter das ein Oktober je gesehen hat (#klimawandel) und macht zum einen das in der Uni sitzen um so unerträglicher, auf der anderen Seite freut man sich über jeden Sonnenstrahl, den man noch genießen kann. Ein wahrhaft goldener Herbst.

 

Next Step ist jetzt also, überleben, Wohnung finden, Prüfungen bestehen, Silvester und dann Bachelorarbeit schreiben. Auf geht’s!

Auf zu neuen Ufern: Teil 4 - Oktoberfest München

07Okt2018

Wieder in Deutschland gelandet, aber doch noch nicht ganz zuhause. Ich dachte mir ich nutze noch die letzten Reserven der Reiseenergie um zum tatsächlich ersten Mal das Oktoberfest in München zu besuchen.

Ich landete also am Freitag morgen um kurz vor 8 in München. Nachdem mich mein Kumpel Steve am Bahnhof in Empfang genommen hatten, warteten wir noch auf Vero, die mit dem Zug aus Berlin anreisen wollte. Zu unserer Begeisterung erreichte die den Hauptbahnhof auf die Minute pünktlich. Dickes Lob an die deutsche Bahn an dieser Stelle. Nachdem wir dann also das Gepäck abgeladen hatten konnte ich nach zwei Tagen endlich mal wieder duschen. Frisch sauber sammelten wir noch ein bisschen Energie bevor es dann mit einem Bier in der Hand in Richtung Theresienwiese ging. Durch das große Schild mit der Überschrift herzlich Willkommen und die etwa 5000 Menschen die alle in die gleiche Richtung strömten, Verbündeten den Eingang des Oktoberfestes.
Da es schon recht spät war wollten wir nicht viel Zeit verlieren und drängten als bald mit den meisten Besuchern der Wiesn in Richtung einer der Zelte. Viele der „besten“ Zelte wie Hacker-Pschorr und Schottenhammel waren bereits wegen Überfüllung geschlossen. Um hier einen Platz zu erlangen muss man am Wochenende schon einige Stunden bevor die Wiesn öffnen anstehen. Wir schafften es letzten Endes in ein anderes Zelt. Zunächst einmal hatten wir Schwierigkeiten uns an die Atmosphäre zu gewöhnen. Man braucht eben doch einen gewissen Pegel um sowohl mit der Musik, als auch den Menschen klar zu kommen.
Da man nur bedient wird, wenn man einen Tisch hat, ist die Taktik in der Regel, sich bei irgendeinem Tisch dazuzustellen und dann warten bis man bedient wird. Wir waren aber zunächst mit der Gesamtsituation doch etwas überfordert und mussten zunächst noch mal ein wenig frische Luft schnappen.
Da ein paar Jungs aus München, die ich in salento im Bus nach Medellin kennengelernt hatte in einem anderen Zelt einen Tisch reserviert hatten, entscheiden wir uns dort unser Glück zu versuchen.
 

Bier 

Nach einigem Gedrücke und Gedrängel hatten wir es dann auch ins Zelt geschafft. Die gute Stimmung war zunächst aber sehr schwer zu ertragen. Aber man hate keine Wahl, wenn man erst ein Bier bestellen wollte, musste man sich bei den Leuten mit auf den Tisch stellen, ansonsten wurde man garnicht erst bedient. Naja, eine Mass später lief das dann mit der Stimmung und vor allem dem Schamgefühl schon deutlich besser. Mein Kumpel hatte ich mittlerweile auch gefunden, der sich allerdings schon in einem ganz anderem Stadium befand. Dafür erzähle er aber jedem ungefähr fünf Mal, dann ich der Kai aus Kolumbien sei. So machte man zumindest schnell viele neue Freunde. Schnell stieg der Alkoholpegel und genau so schnell verging die Zeit und schon war es 11 Uhr und Zeit das Zelt zu räumen. Zwar schafften wir noch alle gemeinsam als Gruppe den Weg aus dem Zelt, dann aber verloren wir uns ziemlich schnell und die einzelnen Gruppen wurden immer kleiner. Gemeinsam mit einem Kumpel liefen wir also laut diskutierend durch die Straßen. Man muss das ätzend sein während der Wiesn in München zu wohnen. Immer wieder lernte man unterwegs neue Leute kennen und führte vermeintlich spannende Gespräche. Irgendwann dann fanden wir auch zumindest einen Teil der Gruppe wieder. Nachdem wir noch zwei weitere Bier in einer völlig überfüllten Bar getrunken hatten, entschlossen wir uns dann doch uns Richtung nach Hause zu bewegen. Mittlerweile war es doch auch schon irgendwie 4 Uhr morgens.

Nachdem wir am nächsten Tag mehr oder weniger ausgeschlafen hatte, sollte uns ein arabisches Mittagsessen von der Familie von Steve erwarten, dem Kumpel bei dem wir übernachteten. Wir quälten uns also aus dem Bett und versuchten so unalkoholisiert wie möglich zu wirken. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Steves Mutter sich nicht dachte, das wir am Abend zuvor vermutlich komplett betrunken waren. Danach machten wir uns also wieder bereit um diesmal etwas früher auf der Wiesn anzukommen. Tatsächlich schafften wir es gegen 13 Uhr da zu sein. Damit wir uns mit den Freunden trafen, die aus anderen Richtungen kamen, verabredeten wir uns bei der Bavaria Statue. Damit ich mich auch richtig in die indigene Fauna integrieren konnte, hatte mir Dina, eine Freundin aus meiner WG in Berlin, von einem Kumpel eine Lederhose mitgebracht. Glücklicherweise war es den meisten Leuten auch um diese Uhrzeit vermutlich schon recht egal, dass ich meine Hose in der Menschenmasse wechselte. Abgesehen davon lieferten die Mädeln in ihren Dirndl vermutlich schon genug Ablenkung.

Unser Plan ging voll auf. Wir schafften es in den Biergarten des Paulaner Zeltes und ergatterten direkt eine Bank in der Sonne. Keine 5 Minuten später wurde der Eingang wegen Überfüllung geschlossen. Diesmal zum Glück im sitzen genossen wir die ersten Biere. Als sich die Sonne dann langsam dem Horizont nähere, entschlossen sich einige von uns ins Zelt zu gehen, während die anderen einen anderen Weg wählten. Leider wurden wir drinnen am Tisch zunächst nur angepöbelt, da wir uns zu Leuten dazu gesellten, die scheinbar noch nicht betrunken genug waren, um auch mit Fremden am Tisch Spaß zu haben. Nachdem wir dann ebenfalls vergeblich versuchten in ein anderes Zelt rein zu kommen, mussten wir am Ende doch wieder im Biergarten Platz nehmen. Diesmal aber mit Wein.
Einige Stunden später ging es dann ins Bett, als auch hier die Lichter ausgemacht wurden. Nicht aber natürlich ohne den obligatorischen Gute Nacht Döner. Fast wie zuhause.

Nachdem ich dann am Sonntagmorgen zum letzten mal mein Koffer gepackt hatte, gingen wir noch einmal nüchtern über die Wiesn, bevor es dann zum Bahnhof ging. 5 Stunden später war ich dann endlich wieder in Berlin. Nach über 6 Monaten jetzt erstmal wieder für eine längere Zeit. Hoffentlich.