Ein Sommer. Acht Festivals

09Sept2019

Wie kann man in einem Sommer möglichst viele Festivals besuchen und dabei möglichst wenig Geld ausgeben? Das war für mich die große Frage für den Sommer 2019. Zwar war mir bewusst, dass es mehrere Anbieter gibt, bei denen man zum Beispiel als Bar-Servicekraft auf Festivals arbeiten konnte, allerdings habe ich das schon mehrere Jahre gemacht und wollte dies unter allen Umständen vermeiden.

Am Ende des Sommers habe ich es geschafft insgesamt acht Festivals zu besuchen und insgesamt nur 35€ für den Eintritt zu bezahlen. Besser noch, obwohl ich nicht an Essen und Trinken auf den Festivals gespart habe, bin ich trotzdem noch mit mehr Geld am Ende rausgekommen als ich ausgeben konnte. Hier kommen acht kleine Anekdoten und Tipps, wie man diverse Festivals besuchen kann ohne einen Cent auszugeben.

Nummer 1: Fusion Festival – 30.06.2019

Fusion

Nachdem ich mich bereits Monate im Voraus für das Techno Festival Fusion mit einer Gruppe von Freunden angemeldet hatte, wurden wir leider bis zum Ende enttäuscht. Aufgrund der großen Nachfrage werden die Tickets in mehreren Runden verlost. Da wir aber kein Glück hatten, standen wir zum Schluss aber ohne Tickets da. Aber so einfach wollte ich nicht aufgeben. Die letzte Chance, Sonntagstickets. Für 40€ bestand die Möglichkeit für den quasi „letzten“ Tag aufs Gelände zu kommen. Offiziell war das Festival am Montag vorbei, aber viele Besucher und auch DJs bleiben eh immer bis Dienstag oder Mittwoch. Letztendlich konnte sich aber keine wirklich mobilisieren mitzukommen, daher entschied ich mich den Sonntag zu arbeiten. Bei 38 Grad fuhr ich also den ganzen Tag durch Berlin und musste die gerade auf den Markt gekommenen E-Scooter einsammeln. Immerhin, 19€ die Stunde. Um 21 Uhr hatte ich Feierabend. Ich dachte mir, ok was solls, ich habe gerade genug verdient, ich nehm mir einfach einen Mietwagen und fahre trotzdem hin. Spontan entschied sich meine Mitbewohnerin und ein Kumpel dazu auch mitzukommen. Gemeinsam machten wir uns also um 22 Uhr abends auf den Weg. Von Berlin fuhren wir etwa 1,5 Stunden bis wir da waren. Da der offizielle Ticketverkauf bereits um 18 Uhr endete, waren die Tore bei unserer Ankunft bereits offen. So konnten wir komplett ohne zu bezahlen auf die Fusion. So feierten wir die Nacht durch, verbrachten den nächsten Nachmittag entspannt am See und fuhren entspannt am Montagabend zurück.

 

Nummer 2: Breminale – 05.- 07.07.2019

Breminale

Die Breminale ist ein jährlich stattfindendes öffentliches Straßenfestival in Bremen. Gelegen direkt auf den grünen Deichwiesen entlang der Weser im Herzen Bremens, hat es trotz der namentlichen Ähnlichkeit nichts gemeinsam mit der Berlinale.

Die Breminale ist ist eines von der Stadt und den Bremer Radiosendern veranstaltetes Event, das für jeden was bietet. Von Oldies bis HipHop und Techno Musik ist in jedem Der einzelnen Zelte und Bühnen, dem Genre der Radiosender entsprechende Musik zu finden. Zwischen den Rot-Weiß gestreiften Zelten finden sich Essens und Getränkestände aller Art. Immer wieder ein guter Grund in die alte Heimat zu kommen. Insbesondere am Wochenende quilt der Deich aus allen Nähten. Wenn das offizielle Event vorbei ist, zieht es viele der insbesondere jungen Leute in das nahegelegene „Viertel“. Keine 5 Minuten zu Fuß entfernt vom Deich reiht sich hier eine Bar an die nächste. Bei schönem Wetter macht es aber fast noch am meisten Spaß sich einfach mit einem Bierchen oder drei auf die Sielwallkreuzung zu setzen und dem bunten Treiben zuzuschauen. Angeregte Gespräche von Menschen die sich endlich mal wieder gefunden haben, oder gerade erst kennengelernt. Der Gruppe auf der anderen Straßenseite, die immer wieder ihre Musik voll aufdreht und auf der Kreuzung tanzt, bis die Polizei erneut mich einem Mannschaftswagen anrückt und die Leute mit einer Menschenkette versucht auf den Bürgersteig zurück zu drängen. Bis sie dann fünf Minuten später wieder verschwinden und die Partie weitergeht.

Natürlich darf ein Rollo von Arabic nicht fehlen, solange die Schlange nicht wieder viel zu lang ist.

Während dieser Tage zeigt sich Bremen immer wieder von seiner schönsten Seite.

 

 

Nummer 3: Feel Festival - 12.-14.07.2019

Nach einem Wochenende Pausa stand also bereits das nächste Festival an. Diesmal das erste, welches in mit einer großen Gruppe geplant hatte. Insgesamt wollten wir mit 9 Leuten anreisen. Da wir aber nur ein Auto hatten, welches mit Gepäck voll beladen nur mit Mühe Platz hatte für 4 Personen, fuhren die restlichen Leute mit dem Bus.

So machten wir uns auf den Weg zum Feel Festival. Gelegen an einem See eines alten Tagebaus irgendwo im tiefsten Brandenburg etwa eine Stunde außerhalb von Berlin füllten sich langsam die Straßen. Ein Stau aus Campern, überladenen PKW und alten VW Bullis reihten sich aneinander. Alle mit dem Ziel den bestmöglichen Platz auf dem Gelände zu ergattern. Nachdem wir bereits über eine Stunde im Stau gestanden hatten, mussten wir feststellen, dass wir zwar das Glück hatten, das uns Tickets hinterlegt worden waren, diese aber leider am Ticketschalter abzuholen waren und nicht bei der Zufahrt aufs Gelände. So mussten wir das Auto stehen lassen und machten uns zu Fuß auf den Weg zurück. Glücklicherweise wurden wir von ein paar netten Leuten am Straßenrand aufgesammelt und ein Stück mitgenommen, was zumindest einen Teil des Weges verkürzte. Nachdem wir dann erneut etwa eine Stunde angestanden hatten, um unsere Bändchen abzuholen, machten wir uns auf den Fußmarsch zurück. Wenigstens mussten wir uns nicht noch mal in den Stau stellen. Und dann waren wir endlich auf dem Gelände. Das ist immer einer meiner liebsten Momente, wenn man ein Festivalgelände betritt und ein Gefühl völliger Freiheit hat. Es gelten keine normalen Regeln mehr. Man kann einfach auf dem Auto sitzen und sein Bierchen trinken während man durch die Gegend fährt und versucht einen der letzten vernünftigen Plätze zu ergattern. Nachdem wir uns endlich eine Lücke erkämpft hatten und die ersten Zelte standen, hieß es irgendwie zu versuchen den Rest der Truppe, die mit dem Bus angereist waren zu erreichen. Wie so oft, und insbesondere in den ländlichen Gebieten um Berlin, war der Empfang sehr sehr schlecht. Mit Glück schaffte man es eine SMS zu verschicken, ohnehin sind Festivals glaube ich eh das einzige Existenzrecht, dass für SMS geblieben ist. Einen Standort über WhatsApp zu verschicken war quasi undenkbar.

Nachdem wir endlich alle beisammen waren und die erste Dose Ravioli verputz war ging es los. 3 Tage Party zu feinster Techno Musik. Solch ein Festival ist im Grunde schwer zu beschreiben. Man schläft wenig. Man duscht wenig (oder auch garnicht), man tanzt Nächte durch die leider viel zu kurz sind. Alles ist aufregend, alles ist schön. Alle Menschen sind gut drauf. Man lebt wie in einer Blase. Auf der einen Seite ist dieses Leben anstrengend und man freut sich, dass es nach einigen Tagen wieder vorbei ist. Dennoch wünscht man sich, dass dieses Leben nie aufhört. So fern von jeder Struktur, Tagesabläufen, Zwängen und Verhaltensmuster. Jeder Mensch ist für sich selbst und doch zusammen mit allen anderen.

Dann, doch wieder viel zu schnell ist es wieder vorbei. Noch ein letzten mal am Strand in der Sonne liegen und den Kopf entspannt zum Beat wippen, der immer noch unaufhörlich aus den Boxen der Strand Bühne schallt. Aus dem Hintergrund dringen die Klänge der anderen Bühnen zu einem durch und machen einen auf neue Neugierig was dort vielleicht noch los sein könnte. Doch, man soll ja bekanntlich aufhören wenns am schönsten ist.

 

 

Nummer 4: MELT - 17.-19.07.2019

Wieder eine Woche später. Gerade einigermaßen erholt vom Feel Festival lag ich abends im Bett und daddelte auf meinem Handy rum. Noch immer war ich am überlegen ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gäbe, wie ich aufs MELT Festival gelangen könnte. Durch „Zufall“ wurde mir eine gesponsorte Story in Instagram angezeigt. Es würde noch Promoter Personal gesucht werden fürs Melt Festival. Bezahlt. Gratis Ticket. Nachts um 1 Uhr. Warum nicht dachte ich, was habe ich noch zu verlieren. Also folgte ich der Anweisung, wischte nach Oben und füllte das kurze Anmeldeformular aus. Keine Stunde später bekam ich eine E-Mail. „Wenn du Lust hast, dann sei dabei, wir haben noch freie Stellen“ hieß es. Ohne noch groß zu überlegen sagte ich zu. Am nächsten Morgen unterschrieb ich den zugesandten Vertrag. Da war es also. Festival Nummer 4. 

 

 

 

Nummer 5: Art Lake - 06.- 08.08.2019

 

 

Nummer 6: Wilde Möhre - 08.-10.08.2019

 

 

Nummer 7: About You Pangea Festival - 22.-25.08.2019

Pangea

 

Nummer 8: Lollapalooza Berlin - 07.- 08.09.2019

Geld verdienen zum Reisen?

14Jan2019

Einfach weil ich danach selbst früher immer wieder gesucht habe...


WIE VERDIENT MAN EIGENTLICH MÖGLICHST SCHNELL GELD MIT MÖGLICHST WENIG AUFWAND?

 

Ein neues Jahr hat begonnen und natürlich sollen auch 2019 wieder einige Reiseträume erfüllt werden. Für mich persönlich habe ich mir vorgenommen, jedes Jahr zumindest ein neues Land zu entdecken. Das wird natürlich mit der Zeit immer schwerer, aber im besten Falle hat man ja mit voranschreitendem Alter auch etwas mehr Geld übrig, um sich auch später noch Träume zu erfüllen.

Für dieses Jahr plane ich derzeit eine Reise nach Island im Februar. Mal gucken…

Aber, wie kann man sich sowas leisten. Da ich mittlerweile 25 Jahre alt bin, bekomme ich kein Kindergeld mehr und auch die Krankenversicherung muss man selbst zahlen. Das sind schon mal fast 300€ die man von einen auf den anderen Tag weniger zur Verfügung hat.

Tatsächlich hat mich diese Umstellung auch härter getroffen als gedacht. Wie klappt es also, dass man als Student trotzdem noch in den Semesterferien reisen kann?
Zunächst einmal natürlich der beste Tipp, versucht einfach jeden Monat etwas beiseitelegen. Wenn ihr meine älteren Beiträge gesehen habt, wisst ihr ja das ich im September und Oktober in Kolumbien und Peru war, obgleich ich davor im Praktikum nicht schlecht verdient hatte, war nach der Reise vom Angesparten leider nicht mehr viel übrig.

Ich musste mir also möglichst schnell einen neuen Job suchen. Glücklicherweise findet man besonders auf eBay Kleineinzeigen eigentlich überall Arbeit. Einfach mal durchgucken und inspirieren lassen. Von klassischen Gastro Jobs, über Foodora Fahrer (wo man das Trinkgeld zu den 10€ Stundenlohn komplett behalten darf), bis Lagerhelfer oder Babysitter gibt es dort viele Jobs, wo du schnell Geld verdienen kannst und oft auch direkt etwas Cash in Hand bekommt. Auch Leiharbeitsfirmen wie InStaff und, meine persönliche Empfehlung, ZenJob bieten attraktive Möglichkeiten. Bei ZenJob zum Beispiel verdienst du mindestens 10,50€ die Stunde. Arbeitest du weniger als die angegebene Zeit, wirst du trotzdem voll bezahlt. Größtes Plus, 50% des Gehalts bekommst du bereits 2-3 Tage später, den Rest am jeweiligen Ende des Monats.
Ansonsten würde ich immer versuchen, einfach das Unternehmen, für das Ihr euch interessiert direkt anzuschreiben oder auf deren Website nach Ausschreibungen gucken. Ich habe mich zum Beispiel für einen Job in der Eventbranche entschieden, wo ich viel Nachts arbeiten konnte, das war neben dem Studium ganz praktisch, auf Dauer würde ich als Student dann aber doch immer einen Werkstudentenjob empfehlen. Da verdient man einfach mehr.

Jetzt noch ein paar etwas unkonventionellere Jobs:
bewerbt euch einfach mal bei Mercedes-Benz, VW oder anderen Autobauern (je nachdem wo ihr wohnt). Dort gibt es in den Semesterferien immer mehrere 1000 Jobs für Schüler und Studenten. Die Arbeit ist zwar meistens super langweilig und monoton, dafür verdienst du aber mindestens 15€ die Stunde, was am Monatsende schnell mal 2500€ macht. Manchmal bekommt ihr zudem noch weitere Benefits wie z.B. einen Staplerschein bezahlt.
Und nun der Grund wieso ich überhaupt dazu komme diesen Beitrag zu schreiben. Zur Zeit sitze ich in der Charité und nehme an einer medizinischen Studie teil. Das mag zwar vielleicht für viele etwas ungewöhnlich klingen, im Grunde ist es allerdings nicht sonderlich dramatisch. Das größte Problem ist eigentlich eher, dass man irgendwie die Zeit totschlagen muss. Viel lesen also, oder eben für Klausuren lernen, Hausarbeiten oder die Bachelorarbeit schreiben. Natürlich sollte man das Risiko nie ganz vergessen (man testet schließlich unbekannte Medikamente), dennoch sind diese sehr gering. Und vor allem ist die glaube ich die ultimative Chance, wie man sich schnell den nächsten Urlaub finanzieren kann. Bezahlungen für einen Stationären Aufenthalt sind in der Regel zwischen 1000 – 5000€ und das manchmal schon für 2-3 Tage.

Deswegen sitze ich jetzt also hier und kann während ich Geld verdiene gleichzeitig meinen nächsten Urlaub planen und mir schon mal vorstellen, was ich mit dem Geld alles anstellen kann.

Auf ein erlebnisreiches Jahr 2019!

Back to Berlin: Das finale Jahr

16Okt2018

Endlich mal wieder für längere Zeit in Berlin bleiben. Darauf habe ich mich schon in den letzten Wochen am meisten gefreut. 

Und auch wenn ich endlich wieder in meine alte WG zurück gehen sollte, so hatte ich doch nur noch 3 Wochen die ich dort verbringen sollte. Da sich unsere WG leider noch während meiner Abwesenheit begann aufzulösen, blieben mir nur noch wenige Wochen um mich umzuorientieren und eine neue Wohnung oder Wohngemeinschaft zu finden. Schade eigentlich. Wenn ich daran zurück denke, was ich in den letzten drei Jahren hier alles erlebt hatte.
Die verrückten Abende bei denen auf einmal spontan 10-20 Leute in der Küche saßen, die Abende zu zweit mit Jonas wo wir von einem Späti zum nächsten zogen bis wir nicht mehr konnten, uns so kalt war das wir das kalte Bier nicht mehr halten konnten oder uns klar wurde das wir in ein paar Stunden schon wieder in der Uni sitzen müssen, oder den entspannten Abenden nur mit der WG, nachdem wir auf dem Balkon zunächst die frische Luft genossen hatten, danach lustige Videos auf YouTube guckend fast im Sofa versinkend. All dies sollte nun zuende sein.
Zeit für ein neues Kapitel.
Doch dies wäre nicht meine Geschichte, wenn sie nicht wieder mit einer menge Stress verbunden wäre. Vielleicht gibt es Menschen die einfach zum im Stress leben geboren werden. Mittlerweile habe ich noch zwei Wochen übrig um ein neues Zuhause zu finden, nebenher habe ich 8 Stunden Uni täglich um mich auf meine IHK Prüfungen in 6 Wochen vorzubereiten und muss noch einen Job suchen.
Kleiner Tipp: werdet nicht 25 Jahre alt. Nicht nur dass ihr dann kein Kindergeld mehr bekommt, man soll sich plötzlich auch noch selbst Krankenversichern. Aber woher das Geld nehmen wenn nicht stehlen. Wenn es einen Gott gibt, dann hat er seltsame Pläne mit mir.

Abgesehen davon aber verzaubert Berlin nach wie vor mit dem besten Wetter das ein Oktober je gesehen hat (#klimawandel) und macht zum einen das in der Uni sitzen um so unerträglicher, auf der anderen Seite freut man sich über jeden Sonnenstrahl, den man noch genießen kann. Ein wahrhaft goldener Herbst.

 

Next Step ist jetzt also, überleben, Wohnung finden, Prüfungen bestehen, Silvester und dann Bachelorarbeit schreiben. Auf geht’s!

Auf zu neuen Ufern: Teil 4 - Oktoberfest München

07Okt2018

Wieder in Deutschland gelandet, aber doch noch nicht ganz zuhause. Ich dachte mir ich nutze noch die letzten Reserven der Reiseenergie um zum tatsächlich ersten Mal das Oktoberfest in München zu besuchen.

Ich landete also am Freitag morgen um kurz vor 8 in München. Nachdem mich mein Kumpel Steve am Bahnhof in Empfang genommen hatten, warteten wir noch auf Vero, die mit dem Zug aus Berlin anreisen wollte. Zu unserer Begeisterung erreichte die den Hauptbahnhof auf die Minute pünktlich. Dickes Lob an die deutsche Bahn an dieser Stelle. Nachdem wir dann also das Gepäck abgeladen hatten konnte ich nach zwei Tagen endlich mal wieder duschen. Frisch sauber sammelten wir noch ein bisschen Energie bevor es dann mit einem Bier in der Hand in Richtung Theresienwiese ging. Durch das große Schild mit der Überschrift herzlich Willkommen und die etwa 5000 Menschen die alle in die gleiche Richtung strömten, Verbündeten den Eingang des Oktoberfestes.
Da es schon recht spät war wollten wir nicht viel Zeit verlieren und drängten als bald mit den meisten Besuchern der Wiesn in Richtung einer der Zelte. Viele der „besten“ Zelte wie Hacker-Pschorr und Schottenhammel waren bereits wegen Überfüllung geschlossen. Um hier einen Platz zu erlangen muss man am Wochenende schon einige Stunden bevor die Wiesn öffnen anstehen. Wir schafften es letzten Endes in ein anderes Zelt. Zunächst einmal hatten wir Schwierigkeiten uns an die Atmosphäre zu gewöhnen. Man braucht eben doch einen gewissen Pegel um sowohl mit der Musik, als auch den Menschen klar zu kommen.
Da man nur bedient wird, wenn man einen Tisch hat, ist die Taktik in der Regel, sich bei irgendeinem Tisch dazuzustellen und dann warten bis man bedient wird. Wir waren aber zunächst mit der Gesamtsituation doch etwas überfordert und mussten zunächst noch mal ein wenig frische Luft schnappen.
Da ein paar Jungs aus München, die ich in salento im Bus nach Medellin kennengelernt hatte in einem anderen Zelt einen Tisch reserviert hatten, entscheiden wir uns dort unser Glück zu versuchen.
 

Bier 

Nach einigem Gedrücke und Gedrängel hatten wir es dann auch ins Zelt geschafft. Die gute Stimmung war zunächst aber sehr schwer zu ertragen. Aber man hate keine Wahl, wenn man erst ein Bier bestellen wollte, musste man sich bei den Leuten mit auf den Tisch stellen, ansonsten wurde man garnicht erst bedient. Naja, eine Mass später lief das dann mit der Stimmung und vor allem dem Schamgefühl schon deutlich besser. Mein Kumpel hatte ich mittlerweile auch gefunden, der sich allerdings schon in einem ganz anderem Stadium befand. Dafür erzähle er aber jedem ungefähr fünf Mal, dann ich der Kai aus Kolumbien sei. So machte man zumindest schnell viele neue Freunde. Schnell stieg der Alkoholpegel und genau so schnell verging die Zeit und schon war es 11 Uhr und Zeit das Zelt zu räumen. Zwar schafften wir noch alle gemeinsam als Gruppe den Weg aus dem Zelt, dann aber verloren wir uns ziemlich schnell und die einzelnen Gruppen wurden immer kleiner. Gemeinsam mit einem Kumpel liefen wir also laut diskutierend durch die Straßen. Man muss das ätzend sein während der Wiesn in München zu wohnen. Immer wieder lernte man unterwegs neue Leute kennen und führte vermeintlich spannende Gespräche. Irgendwann dann fanden wir auch zumindest einen Teil der Gruppe wieder. Nachdem wir noch zwei weitere Bier in einer völlig überfüllten Bar getrunken hatten, entschlossen wir uns dann doch uns Richtung nach Hause zu bewegen. Mittlerweile war es doch auch schon irgendwie 4 Uhr morgens.

Nachdem wir am nächsten Tag mehr oder weniger ausgeschlafen hatte, sollte uns ein arabisches Mittagsessen von der Familie von Steve erwarten, dem Kumpel bei dem wir übernachteten. Wir quälten uns also aus dem Bett und versuchten so unalkoholisiert wie möglich zu wirken. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Steves Mutter sich nicht dachte, das wir am Abend zuvor vermutlich komplett betrunken waren. Danach machten wir uns also wieder bereit um diesmal etwas früher auf der Wiesn anzukommen. Tatsächlich schafften wir es gegen 13 Uhr da zu sein. Damit wir uns mit den Freunden trafen, die aus anderen Richtungen kamen, verabredeten wir uns bei der Bavaria Statue. Damit ich mich auch richtig in die indigene Fauna integrieren konnte, hatte mir Dina, eine Freundin aus meiner WG in Berlin, von einem Kumpel eine Lederhose mitgebracht. Glücklicherweise war es den meisten Leuten auch um diese Uhrzeit vermutlich schon recht egal, dass ich meine Hose in der Menschenmasse wechselte. Abgesehen davon lieferten die Mädeln in ihren Dirndl vermutlich schon genug Ablenkung.

Unser Plan ging voll auf. Wir schafften es in den Biergarten des Paulaner Zeltes und ergatterten direkt eine Bank in der Sonne. Keine 5 Minuten später wurde der Eingang wegen Überfüllung geschlossen. Diesmal zum Glück im sitzen genossen wir die ersten Biere. Als sich die Sonne dann langsam dem Horizont nähere, entschlossen sich einige von uns ins Zelt zu gehen, während die anderen einen anderen Weg wählten. Leider wurden wir drinnen am Tisch zunächst nur angepöbelt, da wir uns zu Leuten dazu gesellten, die scheinbar noch nicht betrunken genug waren, um auch mit Fremden am Tisch Spaß zu haben. Nachdem wir dann ebenfalls vergeblich versuchten in ein anderes Zelt rein zu kommen, mussten wir am Ende doch wieder im Biergarten Platz nehmen. Diesmal aber mit Wein.
Einige Stunden später ging es dann ins Bett, als auch hier die Lichter ausgemacht wurden. Nicht aber natürlich ohne den obligatorischen Gute Nacht Döner. Fast wie zuhause.

Nachdem ich dann am Sonntagmorgen zum letzten mal mein Koffer gepackt hatte, gingen wir noch einmal nüchtern über die Wiesn, bevor es dann zum Bahnhof ging. 5 Stunden später war ich dann endlich wieder in Berlin. Nach über 6 Monaten jetzt erstmal wieder für eine längere Zeit. Hoffentlich.

Auf zu neuen Ufern: Teil 3 - Kanada in 12 Stunden

06Okt2018

Um 6 Uhr morgens also landete ich wieder in Vancouver. Diesmal aber mit 12 Stunden Aufenthalt. Genug Zeit also um die Stadt zu erkunden. Bevor ich das aber machen konnte, musste ich mich erstmal in der Flughafenhalle neben einem 7-Eleven an eine Ladestation setzen und mein Handy laden. Welcher Mensch kann denn heute noch Sightseeing ohne das Mobiltelefon machen. Da weiß man ja garnicht wo man hin gehen muss. Ich kaufte mir also einen Cappuccino, oder zumindest das, was die Kanadier so nennen und wartete, blätterte einige Touriprospekte durch und wartete. Kurz überlegte ich, ob ich statt der Stadt vielleicht einfach zu den Niagara Fällen fahren sollte, die ebenfalls nur eine Stunde vom Flughafen entfernt waren. Da es draußen aber immer noch regnete, entschied ich mich dagegen. Ein Grund mehr noch mal nach Kanada zurück zu kommen. Als ob ich dafür einen Grund bräuchte.

Um 7:30 dann entschloss ich mich auf den Weg in die Stadt zu machen. Mit der Metro erreichte man das Stadtzentrum in weniger als 30 Minuten. Man zahlte zwar auch 12$ für die Fahrt, aber wenigstens war der Wechselkurs zum Euro zu der Zeit ziemlich gut.

Dreißig Minuten später also stand ich an der Union Stadion im Herzen Toronto, quasi direkt unter dem CN Tower. Leicht hilflos umherirrend suchte ich den nächsten Ausgang der mich in eine Richtung führen würde, die mich zu den besten Touri Spots bringen würde. Da es immer noch ziemlich bewölkt war, entscheid ich mich, erstmal nicht auf dem Tower zu gehen, in der Befürchtung, das ich für die 40$ Eintritt am Ende nur Wolken sehen würde. Praktischerweise lief vor mir noch eine andere Bckpackerin umher, die ebenfalls nicht so wirklich wusste was zu tun sein. Auch sie hatte 12 Stunden Aufenthalt in Toronto. Kurzerhand entschlossen wir uns also gemeinsam Planlos zu sein. Wir schlenderten also zunächst ein wenig durch die Häuserschluchten, bis wir den Hafen erreichten. Glücklicherweise hatte sie mehr Plan als ich. Ein Bekannter hatte ihr empfohlen mit der Public Ferry zum Central Island zu fahren. Ein riesiger Park direkt vor der Innenstadt Torontos, gelegen auf einer Insel. So solle man den besten Blick auf die gesamte Skyline vom Wasser aus haben. So stiegen wir also nach kurzen warten auf das alte Schiff, welches uns gemeinsam mit 10 anderen Passagieren in 10 Minuten auf die andere Seite brachte. Auch die die Sonne entscheid sich dazu langsam zu erwachen und kam quasi perfekt getimed hervor und brachte die gesamte Skyline noch mehr zum strahlen. Drüben angekommen wanderten wir ein wenig durch den perfekt gepflegten Park. Würde sich doch nur in Deutschland mal so viel Mühe geben bei der Grünpflege.
Nach etwa 15 Minuten laufen erreichten wir die andere Seite der Insel. Von dort bot sich der endlose Blick auf die Great Lakes. Es wirkte viel mehr wie ein Ozean. Irgendwo auf der anderen Seite sind die USA, zumindest laut Google Maps.

Leider war unser timing nicht so optimal, so verpassten wir die Fähre zurück in die Stadt um 2 Minuten und mussten eine weitere Stunde warten. Dann eben Kippe und Pizza zum Frühstück auf der Parkbank. Und Zeit für ein paar neue Bilder für Instagram war auch noch.

im Anflug

Skyline von Toronto

Zurück auf dem Festland machten wir uns nun auf den Weg um uns am CN Tower in die mittlerweile deutlich gewachsene Schlange zu stellen. Der Himmel strahlte indes im tiefsten Blau, ohne ein einziges Wölkchen am Himmel. Nachdem wir zunächst annahmen, das die Wartezeit ja überschaubar sein, wurden wir nach dem Kauf der Karte leider von einer zweiten Schlange überrascht, die sich im inneres des Turmes umherwand. Nach insgesamt einer Stunde dann ging es aber endlich mit dem Fahrstuhl nach oben. Der höchste Turm der Welt überzeugt durchaus mit einer guten Aussicht und vielen asiatischen Touristen. Immer wieder musste man sich Matrix Style unter Selfiesticks drunterher bücken. Aber, von hier konnte man sogar die andere Seite der Seen sehen, und einen kleinen Ort, bei dem die Niagara Fälle zu vermuten waren. Also doch alles an einem Tag erledigt. Nachdem ich noch das obligatorische Selfie auf dem Glas Bottom Floor gemacht hatte, ging es dann mit dem Aufzug wieder nach unten.
Meine neue Begleitung wollte eigentlich einen der jüngst eröffneten Cofe Shops besuchen, da Marihuana ja seit Sommer 2018 in Kanada auch legal ist, leider hatten diese aber um 13 Uhr mittags noch zu. So schlenderten wir also noch ein wenig durch die Stadt, erledigten ein wenig Souvenir shopping in Chin Town und machten ein Foto von der Universität aus der Ferne. Wie immer war es auf einmal doch schon wieder reichlich spät und ich musste mich beeilen noch rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Am Ende war natürlich alles wieder vollkommen in Ordnung, und ich erreichte den Flughafen 50 Minuten vor Abflug. Upsi. Aber was soll man auch am Gate sein bevor der Last Call kommt. Sitzt man ja eh nur rum. So konnte ich also quasi direkt von der Sicherheitskontrolle ins Flugzeug sprinten. Zeit in Kanada voll ausgenutzt.

Ich denke aber ich muss trotzdem noch mal wiederkommen.

Auf zu neuen Ufern: Teil 2 - Peru

30Sept2018

- L I M A - 

Etwa drei Stunden dauerte der Flug von Bogota nach Lima. Nachdem wir zunächst über eine wolkenfreie Landschaft flogen, die von oben eher an den Mars erinnerte als an Peru, also so wie es aussah stelle ich mir zumindest den Mars vor, tauchten wir kurz vor Lima in eine dichte Deck aus Nebel und Wolken ein. Ich hatte bereits zuvor gehört, dass das Wetter in Lima immer eher so bedeckt sein sollte. Fast wie in Bremen. Tatsächlich hing der Dunst so tief, das wir schon fast direkt über den Dächern der Stadt waren, bevor man wieder etwas sehen konnte. Nachdem zuvor noch die klarste Sicht war, verschwamm nun alles in einer trüben Masse. Mittlerweile war es dunkel geworden. Mit dem Taxi quälten wir uns durch die viel zu vollen Straßen. Natürlich genau zur Rush Hour. So dauerte es über eine Stunde vom Flughafen in die Innenstadt wo unser Hostel war, obgleich es nur 15km waren. Und der Verkehr in Lima ist echt Crazy! Bangkok ist nichts dagegen. Autos überqueren eine 4 spurige Straße während des fließenden Verkehres. Menschen laufen überall herum oder versuchen den Leuten an der Ampel Dinge zu verkaufen, von denen du nicht mal wüsstest das du sie brauchst oder sie überhaupt existieren.

Endlich im Pariwana Hostel angekommen erkundeten wir zunächst einmal die Dachterasse. Etliche Schilder ließen schon vermuten, das dies wohl eher ein geselliges Hostel ist. Nachdem wir uns an der Straße ein Sandwich geholt hatten, was in Peru eine Art Nationalspeise ist, schrieben wir uns im Hostel zunächst für die Music Quiz Night ein. Leider versagten wir kläglich. Daraufhin entschlossen wir am darauffolgenden Bierpong Turnier teilzunehmen. Leider blieb auch hier der erhoffte Erfolg aus. Bereits in der ersten Runde schieden wir aus. So blieb uns nur noch zugucken und Karten spielen. Neben einigen Engländern und Deutschen, versammelten sich im laufe des Abends vor allem große Ansammlungen von Holländern. Gegen 1 Uhr dann rief das Hostel Team dazu auf mit allen gemeinsam feiern zu gehen. Santiago und ich entschieden uns dafür an diesem Abend mal vernünftig zu bleiben. Was angesichts der kommenden Abende, bzw. eigentlich der gesamten restlichen Zeit in peru, eine sehr clevere Entscheidung war. Aber dazu später mehr.

So waren wir am nächsten morgen fit, um eine der Free Walking Tours aufzusuchen. Direkt von unserem Hostel aus stiefelten wir in einer kleinen Gruppe los. Dummerweise war ich der einzige Depp der kein Spanisch verstand und die meisten Spanier in der Gruppe kein Englisch, weshalb der Guide alles zwei Mal erzählen musste. Nachdem wir zunächst einen lokalen Markt besucht hatten, auf dem man neben allerlei frischen Obst und Gemüse vor allem eine große Auswahl an Tieren in allen Variationen hatte, wer braucht nicht einen ganzen Schweinekopf zum Mittagessen, nahmen wir den Metrobus in die Altstadt von Lima. Da Lima, genau wie Bogota keine echte Metro auf schienen hat, gibt es hier nur Busse, die auf gesonderten Straßen fahren, um so zumindest etwas dem immerwährenden Caos zu entgehen. Wenn man sich in dieser Stadt mit ca. 10 Millionen Einwohnern allerdings nicht auskennt, ist man ziemlich schnell hoffnungslos verloren. Da Lima mit schöner Architektur bis jetzt noch so garnicht Punkten konnte, beeindrucke das alte und zum Teil sogar super saubere Zentrum rund um den Palast den Präsidenten um so mehr. Große breite Straßen, die lediglich als Fußgängerzonen dienten, waren gesäumt von prachtvollen Kolonialbauten. Immer im Hintergrund sah man aber die ärmlichen Favelas, in denen wohl die meisten der Bewohner von Lima lebten und wie unser Guide uns erzähle, viele von ihnen jeden Tag z.T. mehre Stunden in die Innenstadt liefen um zu Arbeiten oder einfach nur versuchten auf der Straße irgendetwas zu verkaufen um ein kleines bisschen Geld zu verdienen. Gegen Mittag endete die Führung und einige von uns entschieden sich im nahe des Zentrums gelegenen China Town etwas zu essen. Tatsächlich hat die chinesiche Kultur und vor allem das Essen einen großen Bezug zu Peru, da in den früheren Jahrhunderten viele von ihnen nach Peru ausgewandert sind. Dies sieht man oft tatsächlich auch am aussehen der Menschen. Es ist hier also nichts untypisches asiatisch essen zu gehen, vielmehr gehört es quasi zu den Nationalgerichten.

Nachdem wir uns gestärkt hatten setzten wir unsere Wanderung durch die Stadt fort. Mehr oder weniger erfolgreich versuchten wir uns mit einem der unzähligen Busverbindungen bis an die Küste durchzuschlagen. Zwar lag Lima direkt am Wasser, aber dennoch war man etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel, da die gesamte Küstenlinie eine Steilküste war. Nur in schmaler streifen trennte die Felsen vom Meer. Dieser war leider zumeist mit einem mehrspurigem Highway verbaut der die verschiedenen Stadtteile auf dem schnellstmöglichen Weg verband. Dennoch sah man, das die Stadt versuchte die Lebensqualität zu steigern und eine Promenade und Sportanlagen direkt am Wasser baute. Zur Zeit war die Küste dadurch aber einfach nur eine mehrere Kilometer lange Baustelle. Da es mittlerweile schon wieder dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel. Mit hilfe der sehr zu empfehlenden App Foursquare machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant. Verbinden wollten wir die Nahrungsaufnahme mit dem Besuch des „Hipster Stadtteils“ Barranco. Gut gestärkt und schon leicht angetrunken durch Perus bekanntesten Drink Pisco, begaben wir uns ins Hostel zurück. Am nächsten Tag sollte es ja früh losgehen. In die Wüste von Huacachina. Nur noch ein Bier auf der Dachterasse, so war der Plan… 

 

- H U A C A C H I N A   D E S E R T - 

Dieser Ausflug begann etwas anders und doch so bezeichnend für unsere gesamte Reise durch Peru.
Nachdem wir zunächst am Abend zuvor im Hostel nach einer fast perfekten Runde Bierpong, in der wir es bis in Halbfinale geschafft hatten, doch noch haben überreden lassen mit dem gesamten Hostel in einen Club zu gehen, nur für eine Stunde, verlief der Start dieses Tagesauflugs nicht wie geplant. Während Santiago noch die Kurve bekommen hatte und wenigstens eine Stunde geschlafen hatte, war mein Plan, einfach vom Club direkt zum Busbahnhof zu gehen. Um 5 Uhr sollten wir am Hostel abgeholt werden. Leider hatte ich irgendwann garkeine Ahnung mehr wie spät es war und wann ich wo sein sollte, also wartete ich vollkommen selbstsicher auf der Dachterasse des Hostels darauf abgeholt zu werden. Als es dann irgendwann doch schon 6 Uhr war dachte ich mir ich schau mal im Zimmer wo Santiago ist. Der wartete dort auf mich. Nicht so begeistert. Da er mich nicht erreicht oder gefunden hatte, war er mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren, wo er mich aber nicht gefunden hatte. Da er nicht alleine los wollte, ist er also zurück zum Hostel gekommen. Mehr oder weniger glücklich konnten wir dann aber den Bus noch umbuchen und wurden dann eine Stunde später für den nächsten Bus abgeholt. Fünf Stunden Bus fahrt. Ich glaube hätte ich nicht die gesamte Zeit geschlafen, mir wäre unglaublich schlecht gewesen. So kann ich mich nicht einmal mehr daran erinnern wie ich in den Bus eingestiegen bin. Könnte sein, dass das nicht nur an der Müdigkeit lag. In Ica angekommen ging es noch einmal 10 Minuten mit dem Taxi in die Oase am Rande der Huacachina Desert, unserem eigentlichen Ziel. Ein Glück waren wir nicht schon 3 Stunden früher hier gewesen. In diesem Dort gab es einfach nix zu tun. Im Grunde bestand es nur aus einer Reihe Restaurants, die sich um das kleine Wasserbecken versammelten. Schon irgendwie schön, aber die ersten zwei Stunden konnte ich die Landschaft noch nicht so wirklich genießen. Um 16 Uhr ging dann die Sand Buggy Tour los. Gemeinsam mit 10 anderen Personen plus Fahrer wurde man in das Auto, was im Grunde nur aus einem Stahlkäfig bestand eingeschnallt und dann ging es über die Dünen raus in die Wüste. Erst jetzt wurde einem bewusst wie riesig sie war. Alleine hätte man sich hier vermutlich nach 5 Minuten verlaufen. Mit viel Geschrei, Gelache und Sand in den Augen erreichten wir irgendwann den Gipfel der ersten Düne für einen Stopp. Aus dem „Kofferraum“ wurden Holzbretter herausgeholt, die Sand Boards. Mit denen durften oder eigentlich sollten wir uns jetzt auf dem Bauch liegend entspannt den Hang hinuntergleiten lassen. Dadurch das ich das in Australien auf Moreton Island im vergangenen Jahr schon mal gemacht hatte, war es nicht mehr so super aufregend, aber dennoch sehr spaßig. Aufregender wurde es dann beim zweiten und dritten Hang, die noch mal deutlich steiler waren. Man hatte kurz ein bisschen Panik man könne nie wieder anhalten und würde einfach über die folgenden Dünen hinweg fahren. Mittlerweile war auch der letzte Rest Alkohol im Blut vom Adrenalin verdrängt worden. Perfekt zum Sonnenuntergang erreichten wir wieder die Oase.
5 Stunden später waren wir im Hostel. So sollte man immer auskatern. Wäre doch viel produktiver.  

 

- M A C H U   P I C C H U - 

 

Postkartenmotiv: Machu Picchu

Bevor wir uns auf die Wanderung zum Machu Picchu begaben, mussten wir zunächst einmal von Lima nach Cusco kommen. Nach einer erneut sehr kurzen Nacht ging es erneut zum Flughafen. Nach einer Stunde Uber Fahrt und einer weiteren Stunde Flug hatten wir den ersten Teil über die Anden geschafft und landeten um etwa 7 Uhr morgens auf über 3300 Metern über dem Meeresspiegel in Cusco. Wieder ins Uber und zum Hostel, welches wir am Abend vorher gebucht hatten. Eigentlich dachten wir, dass wir vor der weiterfahrt zum Machu Picchu mal ein bisschen entspannen könnten im Hostel, leider hatten wir wohl übersehen, dass ein Teil des Hostels (Wild Rover) der weltweit höchste Irish Pub war. Wenigstens war die Aussicht schön. Da es noch früh am morgen war, war es auch noch recht ruhig, sowas wir uns auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf die in den Bergen gelegene Stadt unser Frühstück in der Sonne genießen konnten. Man hatte uns bereits vorgewahrt, dass man sich an das Klima hier oben zunächst einmal gewöhnen müsse, besonders wegen der deutlich dünneren Luft. Und tatsächlich hatte man immer ein bisschen das Gefühl, das man nicht 100% einatmen würde. Auch beim Treppensteigen merkte man schnell, dass einem die Luft wegblieb. Zu doof das Cusco Fußwege quasi nur aus Treppen bestanden. Und auch sonst war das Klima hier deutlich anders. In der Sonne war es bereits morgens um 9 so warm, dass man sich den Pullover ausziehen musste, sobald aber eine Wolke oder gar Wind kam wurde es richtig kalt. Noch viel schlimmer war es nachts. Wenn man da ohne Mütze und Handschuhe raus ging, hatte man echt ein Problem. Tatsächlich war die gefühlte Temperatur in de Sonne am Tag bei 20-25 Grad, in der Nacht dann kaum über dem Gefrierpunkt.
Nach einem kleinen Nap in der Sonne machten wir uns auf den Weg ein bisschen die Stadt zu erkunden. Das totale Kontrastprogramm zu dem Stress in Lima. Schöne, kleine, alte Häuschen säumten die Straßen, überall waren kleine Läden in denen alte Frauen versuchen ihre selbstgestrickten Pullover, Mützen, Schals und Socken zu verkaufen. Das Zentrum war ein schön angelegter und gepflegter Park mit einer Kirche, die ebenfalls mal ein alter Inka Tempel war. Nachdem ich mich einem Alpaka Steak gestärkt hatte, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel. Am nächsten Tag mussten wir wieder früh raus, um den Zug nach Aguas Calientes zu bekommen, von wo aus dann der Aufstieg zum Machu Picchu beginnt. Zu unserem Unglück hatte sich die Bar mittlerweile gefüllt und dann kam auch noch dazu, dass um 12 Uhr mitternachts mein 25 Geburtstag war. Bis Mitternacht wollten wir also mindestens durchhalten. Mit jeder Runde Bierpong also die wir spielten, lernte man mehr Leute kennen. Hier waren es mal mehr Australier und Briten. Um 12 Uhr dann stand ich auf einmal mit 3 anderen, die offenbar auch Geburtstag hatten auf der Bar. Unter dem Gegröle der mittlerweile komplett vollen bar, mussten wir uns gefühlt einmal durch die Shot Karte trinken. Danach wurde noch einmal mit einer Runde Bierpong nachgespült. Vielleicht zwei.
So mussten wir uns am nächsten (bzw. gleichen) morgen dann doch mit wieder nur 2 Stunden Schlaf aus dem Bett quälen. Rein ins Uber, ab zum Bahnhof. Und wieder dieses Gefühl, wenn du dich eigentlich auf etwas freust, aber im gleichen Moment viel lieber einfach im Bett liegen würdest und nix von der Welt mitbekommen. Wieder waren es vier Stunden Fahrt.

Nachdem ich zunächst direkt nach der Abfahrt eingeschlafen war, wachte ich diesmal schon wenig später wieder auf und wurde von einem gigantischen Ausblick beeindruckt. Mittlerweile hatten wir die Stadt verlassen und links und rechts türmten sich die Berge mehrere hundert Meter in die Höhe, während der Zug langsam an einem Fluss entlang ratterte. All die Müdigkeit war bei mir wie weggeblasen. Santiago schien den Ausblick noch nicht so ganz genießen zu können. So fuhren wir gemütlich weiter, entlang des Flusses, immer tiefer in die Berge hinein. Nach vier Stunden dann erreichten wir Aguas Calientes. Im Grunde war dieser Ort nicht mehr als eine Reihe Häuser entlang des Flusses, sowie der Eisenbahnschiene die einmal durch den Ort ging und gleichzeitig die Hauptstraße für die ca. 3 Autos war die es hier gab und die unzähligen Händler die unermüdlich Wahren aus dem Zug ausluden, während sich die Touristen in alle Richtungen zu ihren Herbergen verteilten. 

Da der Ort nicht groß war, hatte man etwa innerhalb einer Stunde alle gesehen. Neben dem Markt gab es Restaurants und Hotels. Man merkte, dass der kleine Ort quasi aus allen Nähten platze vor Touristen und zur Zeit war sogar noch Nebensaison. Wir verbrachten also einige Zeit in einem Café und beobachten das Treiben auf der Straße. Gefühlt erreichte alle 30 Minuten ein neuer Zug das Zentrum und zwängte sich durch die schmale Straße. Für den Abend machten wir uns auf den Weg zu den Heißen Quellen, welche in ihrer spanischen Übersetzung dem Ort seinen Namen gaben. Zwar war das Wasser tatsächlich angenehm war, wirklich entspannen konnte man sich leider nicht, da man mit etwa 200 anderen Leuten in den kleinen Becken steckte. Nach dem Abendessen, heute gab es Cuy, das Nationalgericht von Peru. Dabei handelt es sich um Meerschweinchen. Gewöhungsbedürftig, schmeckt aber tatsächlich garnicht so schlecht! Danach ging es dann tatsächlich mal recht zeitig ins Bett. Am nächsten Morgen hieß es dann wieder früh um 5 Uhr morgens aufstehen. Um 6 Uhr wurde der Aufstieg zum Machu Picchu geöffnet und wir wollten möglichst vor dem großen Ansturm am Gipfel sein, um zumindest ein Foto zu machen auf dem es aussieht als wären wir ganz alleine dort.

Da es nachts in den Bergen noch recht frisch war, zogen wir uns mehrere lagen T-Shirts Pullover und eine Jacke über. Etwa 20 Minute sollten wir laufen, bis man den „Eingang“ zum Aufstieg erreichen würden, so hatte es uns die freundliche Dame im Hostel gesagt. Wir liefen also los. Vorbei an den Schlagen bereits wartender Menschen, die sich für einen Aufstieg mit dem Bus entschieden hatten. Bald darauf hatten wir Aguas Calientes hinter uns gelassen und die Straße verwandelte sich zunehmend in einen steinigen und matschigen Weg. Auch die Straßenbeleuchtung mussten wir uns mit Hilfe der Handytaschenlampe selbst erzeugen, damit wir nicht in eine der unzähligen Pützen traten. Glücklicherweise fing es auch noch langsam an zu nieseln, wir wurden also so oder so zunehmend nass. Mittlerweile waren die 20 Minuten lange rum, aber es war immer noch kein Tor oder eine zu überquerende Brücke in Sicht. Wir begannen zu überlegen doch einfach umzukehren und uns in die endlosen Schlangen vor der Bushaltestelle einzureihen. Doch dann sahen wir endlich ein kleines Häuschen mit Licht. Und tatsächlich, da war die Brücke, hinter der der Pfad nach oben begann. Es waren außer uns kaum andere Menschen hier. Ein Grund zur Freude. Der Nieselregen wurde zum Glück etwas von dem immer dichter werdenden Wald aufgehalten, in den wir nun hinein liefen. Dafür wurde es sofort so schwül und gefühlt 10 Grad wärmer. Die Anstrengung des Aufstiegs brachte uns zusätzlich zum schwitzen. Ich entschloss mich also die Regenjacke auszuziehen da ich ja so oder so nass werden würde. Schnellen Schrittes eilten wir die unebenen Stufen nach oben um auch die Menschen vor uns zu überholen. Die grade den Berg aufsteigende Treppe kreuzte immer wieder die Straße, welche sich in Serpentinen nach oben schlängelte. Unter uns hörten wir, wie bereits die ersten Busse ihre Reise zum Gipfel angebrochen hatten. Bald wurde uns klar, dass wir nicht nur eine kleine Gruppe von Menschen vor uns gehabt hatten, sondern eine ganze Menge. Immer wieder erreichten wir neue Gruppen, die den Aufstieg zum Teil sehr verzögerten. Da aber jeder alle paar Minuten eine kurze Pause einlegen musste, um in der dünnen Luft durchzuatmen, kamen einem die kurzen Unterbrechungen sehr gelegen. Schließlich schienen wir die Wolken durchquert zu haben. Der Nieselregen hatte sich gelegt und die Luft wurde merklich kühler. Dann standen wir vor dem offiziellen Eingangtor zum Machu Picchu. Gemeinsam mit etlichen hundert anderen Leuten, die den Aufstieg vor uns geschafft hatten, oder aus den mittlerweile oben angekommenen Bussen quollen. Nachdem das Ticket und der Reisepass kontrolliert war und jeder Besucher in seiner Landessprache begrüßt worden war, vorwiegend Deutsch, Holländisch, Englisch und Chinesisch, ging es nun endlich auf die Terrassen, von denen aus man den legendären Blick auf die Ruinenstadt bekommen sollte. Zwar verteilten sich die bereits angereisten Menschen überraschend gut auf die vielen kleinen Ebenen, allerdings konnte man von keiner aus Machu Picchu sehen. Die Wolken lagen wie eine dicke Decke über der Stadt und den umliegenden Bergen. Alles was man sehen konnte waren die Touristenströme derer, die ohne Umwege in die Ruinen wollten und einfach im Nebel verschwanden. Da es allerdings nur einen One Way Weg gibt, musste man, sofern man auf ein gutes Foto hoffen wollte, solange auf den Terassen bleiben, bis es aufklart. Wir liefen zunächst also ein wenig herum, während sich die Flächen immer weiter füllten. So versuchten wir hier und da bei der ein oder anderen geführten Tour ein paar wichtige Informationen aufzugreifen. Tatsächlich waren wir eine der wenigen, die ganz ohne einen Guide die Stadt erkunden wollten. Mittlerweile war es  7 Uhr. Um 8 solle es dann aufklaren rumorte es in den einzelnen Gruppen. Doch auch um 8 Uhr hatte sich nicht viel getan. Wir wollten die Zeit nutzen um noch ein paar andere Wege zu erkundigen. So spazierten wir einen schmalen Pfad entlang. An der einen Seite türmten sich die Felsen senkrecht nach oben und verschwanden irgendwo im Nebel. Auch nach unten sollte man besser nicht gucken. Doch Dann riss die Wolkendecke auf. Voller Hoffnung machten wir uns auf den Rückweg zu den Aussichtsterrassen. Leider sah man nach wie vor nicht viel mehr als die Spitze des Berges, der sich hinter der Stadt auftürmte. Wenigstens etwas zum Fotografieren. Um nicht noch länger zu warten, beschlossen wir unseren zweiten Anstieg anzutreten. Um zum höchsten Punkt zu kommen, dem eigentlichen Machu Pichhu Mountain mussten wir ebenfalls vorher ein Ticket kaufen, da die tägliche Personenzahl begrenzt ist. Kaum waren wir 10 Minuten gelaufen riss die Wolkendecke plötzlich auf und offenbarte zunehmend den freien Blick auf die Stadt. Nach einer guten Stunde und viel Schweiß später, die Sonne schien mittlerweile in voller Stärke, erreichten wir den finalen höchsten Punkt auf über 3000 Metern über N.N.. Doch bei dem Ausblick waren all die Strapazen des Aufstiegs wie vergessen. Etliche Fotos später traten wir den Abstieg an. Auch wenn es mittlerweile brechend voll war, so fand man tatsächlich doch immer noch etwas Platz, um Fotos zu machen auf des es aussieht, als sei dieser Ort noch genau so friedlich wie früher einmal. Nachdem wir gefühlt jeden Winkel einmal abgelichtet hatten, betraten wir endlich die tatsächlichen Ruinen. Und ich muss zugeben, auch wenn ich schon in einigen Ruinen zuvor gestanden hatte, war diese Stadt doch sehr beeindruckend. Um unseren Zug am Nachmittag nicht zu verpassen, mussten wir bald darauf auch schon wieder unseren Rückmarsch antreten. Das war es also schon wieder. Und dennoch kann ich zu 100% sagen, dass es sich gelohnt hat. Immer wieder standen wir beide einfach nur da und haben die Stadt angeguckt, als man sie dann gesehen hat und waren einfach nur fasziniert, wie diese Stadt dort einfach so zwischen den Bergen auf dem Hang lag, vollkommen eingeschlossen von den massiven Felsen zu den Seiten. 

Ein Lama Machu Picchu von Oben WG Schweini immer dabei

 

Zurück Aguas Calientes hatten wir noch genug Zeit ein wenig Touri Shopping zu erledigen bevor wir diesen schönen, und trotz der ganzen anderen Besucher, doch so entspannten Ort wieder verlassen mussten. Abends gegen 9 Uhr erreichten wir Cusco, diesmal zum Glück ein Hostel in der Innenstadt, sodass uns die nervige Treppensteigerei erspart bleiben sollte, dachten wir. Nachdem wir zunächst noch überlegt hatten am letzten Tag noch einmal eine Tour zum Rainbow Mountain zu machen, entschlossen wir uns, dass schon wieder um 3 Uhr in der Früh aufstehen nicht so entspannt wäre. So schliefen wir also aus und gingen nach dem Frühstück zum Reisebüro um nach einer spannenden Halbtagestour zu fragen. Kurz darauf stand eine Quad Tour durch Landschaft um Cusco auf dem Plan. Lustigerweise hatten wir im Hostel zwei andere Backpacker wiedergetroffen, mit denen wir auch in Huachachina bereits auf der Wüstentour waren. Kurzerhand entschied sich eine der beiden, uns bei dem Trip zu begleiten. So wurden wir also mit einem Bus und einigen anderen Leuten am Hostel abgeholt und etwa eine Stunde aus der Stadt rausgefahren. Mitten im nichts hielten wir an einer kleinen Hütte, die umringt war von roten Quads (auch RTVs genannt). Nach einer kurzen Einweisung und einem kleinen Fahrsicherheitstraining, ging es auch schon los. In einer Reihe folgten wir dem Gruppenführer über die staubigen Straßen. Nach einiger Eingewöhnung lernte man schnell wie man mit den Dingern besonders in den Kurven richtig schön Spaß haben konnte. Wir hielten zwischendurch immer mal wieder an um Fotos zu machen, eine Ruine anzugucken oder einen See. Die Landschaft erinnerte ein wenig an den Südwesten Neuseelands. Die karge Landschaft war umringt von an den Gipfeln schneebedeckten Bergen. Hin und wieder passierte man ein paar Felder oder Schafe und Ziegen die unbeirrt der ziemlich lauten Quads am Straßenrand herumstanden.
Nach etwa drei Stunden Fahrvergnügen ging es zurück zum Ausgangspunkt. Von dort ging es wieder mit dem Minivan weiter zu einer in den Berg gebauten Salz Saline, an der auf hunderten kleinen Etagenfeldern das Salz in Becken getrocknet wurde, welches mit dem Grundwasser natürlich aus dem Boden kam. Zurück in Cusco konnten wir es uns dann natürlich doch nicht nehmen lassen, noch ein letztes Bierchen zu trinken. Da schließlich keine Bar mehr auffindbar war und uns das neue Hostel zu ruhig war, blieb uns nichts anderes übrig, als doch wieder den Aufstieg zum Wild Rover zu wagen, in dem wir noch drei Nächte zuvor übernachtet hatten. Hier war natürlich wie immer viel los, sodass aus dem einem Bier am Ende doch 3-4 wurden.

Diesmal aber ohne Probleme schafften wir es aus dem Bett und zum Flughafen. Da wir vor dem Weiterflug noch einmal 10 Stunden Aufenthalt in Lima hatten, entschlossen wir uns, noch einmal in die Stadt zu fahren und im alten Hostel auf der Dachterrasse ein wenig zu entspannen. Die freundlichen jungen Damen an der Rezeption erkannten uns sogar noch wieder und erkundigten sich nach unserem Trip. Dann ging es wieder zum Flughafen und zurück nach Bogota.

Auch dort hatte ich noch einmal einen Tag Aufenthalt. Um das ganze aber etwas abzukürzen, viel spannendes ist hier nicht passiert. Außer das ich zwei andere Backpacker, welche ich an meinem zweiten Tag der Reise in Salento kennen gelernt hatte, in dem Hostel wohnten, wo ich mich zum Kaffeetrinken und Zeit totschlagen niedergelassen hatte. So klein ist die Welt. Immer wieder faszinierend wie oft man doch vollkommen ohne es zu planen beim Reisen, immer wieder die gleichen Leute trifft.

Auf zu neuen Ufern: Teil 1 - Kolumbien

24Sept2018

Es wird endlich mal wieder Zeit eine größere Reise anzutreten. Nachdem es mittlerweile schon wieder mehr als ein Jahr her ist, dass ich aus dem Auslandssemester in Australien zurück gekommen bin, bin ich wieder bereit neues zu entdecken. Wo sollte es also hingehen war die Frage. Glücklicherweise hatten wir ein Jahr zuvor in meiner WG in Berlin für einen Monat einen Mitbewohner aus Kolumbien, der in Berlin für einen deutsch Kurs zu Besuch war. Da der Kontakt immer noch bestand dachte ich mir, lieber jetzt als nie.
 
Wir telefonierten also einmal miteinander und besprachen wie unsere zeitliche Planung kombinierbar wäre. Zunächst wollten wir uns in Rio de Janeiro treffen, ein wenig Brasilien entdecken und dann nach Kolumbien, als ich dann aber feststellten, das die Flüge von Brasilien nach Kolumbien mit knapp 700€ genau so teuer sind wie die von Europa direkt nach Kolumbien, gab ich diese Idee recht schnell auf. Damit er als Kolumbianer nicht nur „zuhause“ Urlaub machen muss, entschieden wir uns stattdessen dem Machu Picchu noch einen Besuch abzustatten.
Durch die Zeitverschiebung von 7 Stunden lief die Planung eher schleppend; immer wenn es bei mir Tags war, war es bei ihm noch früh am Morgen, wenn er mit der Arbeit fertig war, war es in Deutschland schon nach Mitternacht. Schließlich aber einigten wir uns, etwa einen Monat bevor die Reise losgehen sollte buchte ich meine Flüge und machte alles dingfest. Vom 12. September bis 3. Oktober sollte es also nach Kolumbien und Peru gehen, mit einem kleinen Zwischenstopp in Toronto, Kanada auf dem Rückweg.
 
 
 
 
- B O G O T A -
 
Wie bei mir so üblich begann die Reise mit etwas Stress verbunden. Da ich meinen letzten Arbeitstag am Dienstag den 11.09. hatte und bis dahin mein Zimmer in der WG in Braunschweig untervermieten musste, konnte ich mich zunächst noch garnicht wirklich auf die Reise vorbereiten. Glücklicherweise war mein Kumpel Santiago dort etwas weitsichtiger und kümmerte sich schon vorab um die Züge von Cusco nach Machu Picchu da diese schnell ausgebucht sind und auch weit im Voraus schon 80$ pro Richtung kosten.
 
Um es noch ein wenig stressiger zu machen war ich am Wochenende zuvor noch mit Freunden auf dem lollapalooza Festival in Berlin. Nach einer Menge hin und her hatte ich dann aber doch endlich alles beisammen und machte mich auf den Weg zum Flughafen Berlin Tegel. Wenigstens die Fahrt dorthin ist schnell und unkompliziert.
 
Die erste Überraschung der Reise kam bereits im Flieger, als sich mein als Fensterplatz reservierter Sitz als Platz ohne Fenster entpuppte. Entschädigt würde ich dafür, das ich mich danach umsetzen konnte, und einen Fensterplatz in reiner freien Reihe am Notausgang bekam, mit extra Beinfreiheit. Das Essen war wie es in den meisten Airlines eben so ist, für Entertainment musste man selbst sorgen. Glücklicherweise hatte ich mir zuvor ein paar Netflix Serien runter geladen. Nach einer Stunde Aufenthalt in Toronto, erreichte ich mach ca. 15 Stunden Reisezeit Bogota, wo mich Santiago bereits am Flughafen erwartete.
Offensichtlich schwer vom Jetlag gezeichnet fuhren wir zu ihm, tranken noch ein Bierchen und gingen zu Bett.
 
Bevor es dann am nächsten Abend mit dem Bus nach Salento weiter gehen sollte, hatte ich einen Tag in Bogota um mir Kolumbiens Hauptstadt mit seinen mehr als 9 Millionen Einwohnern bei Tageslicht anzuschauen.
Nachdem der Sommer in Berlin immer noch kein Ende gefunden hatte, wachte ich in Bogota am Morgen frierend auf. 15 grad Tagestemperatur wird hier schon als angenehm bezeichnet.
 
Gemeinsam mit Santiago fuhr ich also das erste Stück bis in die Stadt. An seinem Arbeitsplatz setze er mich ab. Von hier aus setzte ich meine Reise durch die hügligen Wohngebiete in Richtung Stadtzentrum fort. Das Panorama wechselte zwischen modernen Apartment Hochhaus Siedlungen und heruntergekommenen Favelaz in denen vermutlich die meisten Häuser selbst aus Blech und Ton zusammen gebaut sind. Das Zentrum der Stadt teilt sich auf in den „modernen“ Business District und die Altstadt die durch ihren kolonialen Baustile bestimmt wird. Zwischen dem Kolonialmuseum und dem Plazoleta Chorro de Quevedo befindet sich der Stadtteil La Candelaria mit zahlreichen kleinen Straßen voll mit Cafés, Bars, Hostels und natürlich den dazugehörigen Touristen. Nicht selten kommt es vor, dass sobald man auch nur eine Straße zu weit geht, einen die Menschen angucken als hätten sie noch nie einen „Gringo“ gesehen. Besonders die Kinder winken einem immer wieder zu und versuchen einen mit ihren frisch erworbenen englisch Künsten zu begeistern.
Um etwas mehr über die künstlerische Geschichte der Stadt zu lernen, machte ich am Nachmittag eine free Graffiti Art walking Tour durch La Candelaria und Veracruz. Die Tour wurde geführt von einer jungen Künstlerin, die selbst in der Graffiti Szene in Bogota aktiv ist und somit für unterhaltsame und wissenswerte zwei Stunden sorgte. Natürlich sind diese Touren am Ende doch nicht ganz umsonst, sondern basieren auf Spendenbasis. In der Regel ist man mit 5-7€ immer gut dabei und meines Erachtens für eine zweistündige Führung auch durchaus okay. Einziges Manko an dieser Stadt ist, das die Wettervorhersage jeden Tag bei 40% regen steht. Man weiß also nie genau was passiert. Während der Tour hatten wir dann leider nicht so viel Glück und wir wurden von einem recht heftigen Regenschauer überrascht. Was unseren Tourguide aber nicht davon abhielt die Tour fortzusetzen. Bevor es dann zum Bus ging könnten wir uns noch was ganz besonders kolumbianisches. Burger mit Pommes.
Am Busbahnhof dann gab es zunächst etwas Chaos, da drei verschiedene Busse zur gleichen Zeit vom gleichen Schalter abfuhren. Am Ende dann wurde ich mit einem Haufen anderer Touris (darunter natürlich vorwiegend Deutsche und Holländer) in einem Bus verfrachtet und meine erste Busfahrt auf südamerikanischem Boden sollte begonnen. Dauer 6 bis 8 Stunden.
 
La Calanderia
 
 
 
- S A L E N T O -
 
Morgens um ca. 4:30 erreichten wir den Busbahnhof in Armenia. Ich und die anderen Touris wunderten uns reichlich, als wir feststellten das dies schon der finale stop ist und wir sogar 1,5 Stunden vor der Zeit angekommen waren.
Da standen wir also um 4:30 morgens an diesem Busbahnhof wo natürlich keiner ein Wort English sprach. Glücklicherweise wusste man offensichtlich das alle Backpacker das gleiche Ziel haben. Man kam und also winkend entgegen den Namen des finalen Zieles auf den Lippen.
Nachdem wir alle langsam erwacht waren entschieden wir uns im Kollektiv, das wenn wir alle den gleichen Bus nehmen, und schon noch do viel passieren kann. Gemeinsam also mit einigen deutschen, Holländern, Belgiern und Franzosen (den üblichen Backpackern also) wurden wir in den viel zu kleinen Bus gestapelt. Für etwa 10.000 cop (also etwa 3€) wurden wir in das Dorf Salento gebracht. Perfekt zum Frühstück trafen wir im Hostel ein. 7 Uhr morgens.
 
Da die Zimmer, oder eher Betten, eh erst um 14 Uhr bezogen werden konnten, entschied ich mich mit einem Holländer der neben mir beim Frühstück saß, die Zeit doch eher vernünftig zu nutzen und uns direkt auf den Weg in naheliegende Cocora Valley zu begeben. Dies war auch der Hauptgrund, warum all die Backpacker sich in dieses abgelegene Örtchen begaben.
 
Nachdem wir also unseren Kaffee getrunken und das Müsli mit frischer Ananas und einem Arepa gegessen verspeist hatten, packen wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
An der Rezeption sammelten wir noch zwei Mädels aus Israel ein, die das gleiche Ziel hatten.
Vom zentralen Platz des Ortes aus ging es mit alten Jeep’s in Richtung Valley. Während in dem kleinen Auto 8 Personen auf den zwei Rückbänken Platz fanden, wurden noch drei weitere auf dem hinteren Trittbrett abgestellt. Zwar musste man sich bei der kurvigen Fahrt gut festhalten, dafür bekam man aber auch eine angenehme Briese ab und konnte die Aussicht genießen. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir dann einen Parkplatz auf dem sich etliche Touristen und Pferde tummelten. Wir entschieden uns, die Wanderung auf zwei Beinen fortzusetzen. Nachdem wir zunächst einige Weiden entlang eines Flusses durchquerten, gelangten wir bald ab den Anfang eines dichten Waldes. Über Stock und Stein stiefelten wir in das immer tropischer werdende Gestrüpp hinein.

Dank des Regens am morgen, war der Boden noch gut aufgeweicht und rutschig. Umso glücklicher waren wir, das wir uns auf Anraten des freundlichen Hostelmiatarbeiters für die Gummistiefel entschieden hatten. Besonders aber, als wir plötzlich vor einem Fluss standen, durch den wir scheinbar hindurch warten mussten. Natürlich garkein Problem mit den Stiefeln. Solange man nicht ausrutscht und einem das Wasser von oben in den Stiefel läuft. Was mir natürlich nicht passiert ist, aber zwei der 3 anderen. Noch besser wurde es dann, als wir auf halbem Weg im Fluss feststellten, das 10 Meter weiter eine Brücke war, die wir stattdessen hätten benutzen können. Wäre aber auch lange nicht so spannend gewesen. So setzten wir unsere Wanderung fort. Für die nächsten 10 Flussüberquerungen entschieden wir uns dann aber doch für die Brücke. Das war zwar nicht zwingend sicherer, aber wenigstens trockener. Nach etwa einer Stunde dann erreichten wir eine Gabelung. Der eine Weg führte noch weiter in den Wald hinein, der andere den Hang hinauf und dann in einem Bogen zurück zum Ausgangpunkt.
Da mittlerweile der Regen wieder begann einzusetzen entschieden wir uns den Berg nach oben zu laufen. Das Problem bei Regen in tropischen Regionen ist ja immer, dass es, obwohl es regnet, immer noch ziemlich warm war. So wurden wir also von außen als auch in der Regenjacke ziemlich nass. Dafür verstärkte dieser Umstand noch mehr das Gefühl im „Regenwald“ zu sein. Klasse.

Oben angekommen lichtete sich der Wald zu einer steil den Hang aufsteigenden Wiese. Von hier sollte man jetzt eigentlich einen bezaubernden Blick auf das Palm Valley haben. Leider steckten wir genau in den Wolken drin, sodass man außer etwas Grün und Grau nicht wirklich viel sehen konnte. Glücklicherweise fanden wir bald eine Hütte in der heiße Schokolade und Kaffee verkauft wurde. Was auch sonst in Kolumbien. Wir wärmten uns also etwas auf und versuchten sowas wie trocken zu werden. Immerhin, im vergleich zu mach anderen, die nur in T-Shirt und Sneakern unterwegs waren, wirkten wir noch wie Profibergsteiger. Irgendwann wandelte sich dann der Regen in leichten Niesel um, sodass wir entschieden dass es wohl besser nicht mehr werden würde und setzten den Spaziergang fort. Und das Wetter meinte es am Ende doch noch gut mit uns, langsam verzogen sich die Wolken und boten einen doch recht beeindruckenden Blick in das Tal hinunter. Schnell ein paar Fotos machen. Nach insgesamt etwa 3 Stunden Wanderung erreichten wir wieder die kleinen Jeeps die uns zurück nach Salento brachten.

Da es nun immer noch recht früh war pausierten wir zunächst etwas, bevor wir noch ein wenig die drei Straßen des Ortes erkundeten. Am Abend dann endlich wieder das typische Hostelleben, welches ich schon wieder so vermisst hatte. Bierchen, billige Drinks, Kartenspiele und neue Leute kennen lernen, die man vermutlich im Leben nicht wieder sieht. Irgendwie schön, aber auch nervig. Und das war mir schon am ersten Tag bewusst. Auch irgendwie doof. Naja. YOLO.

Am nächsten morgen wollten wir eigentlich früh raus um die Cafe Plantagen zu besuchen. Leider waren wir im timing nicht so super, weshalb wir ein paar Minuten zu spät am Marktplatz waren und so den Pick-Up verpassten. Dann eben noch mal die Stadt erkunden. Gepart mit etwas Souvenier Shopping. Um 13 Uhr ging es dann schon wieder weiter. Erneut 8 Stunden im Bus, sodass wir gegen Abend in Medellin ankommen. So der Plan, damit wir auch noch ein bisschen was vom Nachtleben dieser Stadt mitbekommen sollte, von der wir mittlerweile schon einiges gehört hatten. Im Mercedes Sprinter Bus in den etwa 15 Personen passten, 10 davon Deutsche, ging es über eine weniger oder eher mehr miserable Straße durch die Berge. Wenigstens wurde es schnell dunkel, dann musste man das Elend wenigstens nicht sehen. Es regnete mal wieder. Beileid an all die Leute, die auf dieser von Schlaglöchern und fehlendem Asphalt gezeichneten Straße mit dem Roller unterwegs waren.
 
Mit dem Jeep zum Cocora Valley 
 
 
 
- M E D E L L I N - 
 

Nachdem wir unseren Weg vom Busbahnhof und durch den strömenden Regen ins Hostel geschafft hatten, gönnten wir uns erstmal ein Bierchen an der Hostel Bar mit Blick auf die gut besuchte Straße. Vermutlich waren die ganzen Bars und Clubs bei gutem Wetter noch deutlich voller, doch selbst heute trieben sich einige Menschen umher und rannten mehr oder weniger von einer Bar zur nächsten. Wir spielten ein paar Runden Karten und gönnten uns noch ein paar weitere Drinks, in der Hoffnung das der Regen doch noch irgendwann aufhören würde. Schließlich ließ er tatsächlich etwas nach und wir entschieden uns doch noch mal loszugehen. Zunächst holten wir uns ein Bierchen an einem Supermarkt. Vor der Tür des Geschäfts beobachteten wir eine Weile das Treiben. Echt eine bunte Mischung aus Touristen, Einheimischen, Kaugummiveräufern die einem primär versuchten Weed und Koks zu verkaufen und der Polizei und anderen Sicherheitskräften, die zwar das Geschehen beobachteten, sich aber keine sonderlich große Mühe gaben sich mit irgendeiner Situation auseinanderzusetzen. Wir spazierten weiter und erreichten bald den Hauptplatz des Bezirks, der umringt von Bars und Clubs war. Da der Regen mittlerweile ganz aufgehört hatte, war es hier gut gefüllt. Neben einem kleinen Tacco Döner Laden hörten wir sogar ein wenig Techno Musik. Durch eine unscheinbare Tür gelangte man in den Club der sich im Keller des Gebäudes befand. Die Musik war tatsächlich recht gut, aber die Tanzfläche war mini klein und der Alkohol leider sehr teuer. Kein Wunder also, dass die meisten Besucher eher zu anderen Substanzen griffen. Wie wir später erfuhren kostet ein Gram Koks in Medellin wohl ca. 6€. Entgegen der verbreiteten Meinung sei es aber hier nicht das Beste, sondern eher schlecht, da der Rest ins Ausland verkauft wird. Nach etwa zwei Stunden hatten wir dann genug gesehen und machten uns auf den Weg zurück zum Hostel. Nicht aber natürlich ohne vorher einen sogenannten Döner gegessen zu haben. Obgleich ein Döner hier nur eine Kinderportion groß war, konnte er geschmacklich tatsächlich punkten.

Am nächsten Tag machten Jessie und ich uns auf den Weg, um das etwa zwei Stunden entfernte Guadape zu besuchen, welches vor allem wegen seiner bunten Häuschen und dem Piedra Del Penol, einem Felsen in der sonst fast komplett flachen Landschaft. Nachdem wir also zunächst mit der Metro durch die halbe Stadt gefahren waren, um zu einem der unzähligen Busbahnhöfe zu gelangen, ging es noch mal etwa eine Stunde mit dem komplett beladenen Bus aus der Stadt raus. Um die unklimatisierte Fahrt besser zu überstehen ließen wir uns von einem Straßenhändler ein Eis andrehen. Da das Geld mit dem wir bezahlen wollten aber anscheinend Fake war, wie ihn aber nicht verstanden, zerriss er den Geldschein vor unseren Augen, sehr zur Belustigung aller umher sitzender. Schließlich kamen wir am Piedra Del Penol an. Schon von weitem sah man den riesigen Felsen, der sich wie ein Elefant der auf einer Flachen wiese steht in den Himmel erhob. Von der Hauptstraße aus führte ein kleiner Weg zum Fuße des Berges, welchen wir, ganz Touristyle mit einem Pferd zurücklegten. Den Aufstieg selbst musste man dann leider doch alleine machen. Ca. 500 Stufen führten in einer steilen Zick-Zack Treppe die halb in den Berg hineingeschlagen war, zum Gipfel. Die Aussicht war fantastisch. Umringt von einem unzähligen Netz aus Seen thronte man über der Welt. Nach einer kleinen Verschnaufpause und einem kühlen Bierchen, machten wir uns wieder auf den Abstieg und dann mit dem Tuk Tuk weiter nach Guadape rein, was etwa 10 Minuten entfernt lag. Da es mittlerweile schon nach Mittag war, suchten wir zunächst einmal etwas zum Essen. Auf eine Empfehlung hin fanden wir uns wenig später in einem Asiatischen Restaurant wieder. Wenigstens das Bier war kolumbianisch. Danach blieb uns noch ein wenig Zeit, um durch die kleinen Gassen und Plätze zu schlendern. Durchaus verständlich, warum so viele Menschen aus Medellin (im übrigen auch Peisas genannt, aufgrund des Namens der Region), diese Stadt als ihr Naherholungsgebiet auserkoren hatten. Da wir nicht genau wussten, mit welchem Bus wir zurückfahren sollten, hielten wir einfach den erstbesten auf der Straße an, er winkte und hinein und wir nahmen auf den zwei letzten Plätzen, die aus dem Reservesitz und einer Obstkiste bestanden Platz. Tatsächlich landeten wir auch wieder dort wo wir losgefahren waren.

Da Jessie die Idee hatte, man könne sich ja auch mal ein lokales Fussballspiel ansehen, machten wir uns direkt von hier auf dem Weg zum Stadion. Dort angekommen war auch schon mächtig Stimmung und eine Menge Fans drängten sich vor den Eingängen. Da wir noch keine Tickets hatten, wollten wir zunächst einmal einen Ticketschalter suchen. Doch weit und breit war keiner zu sehen. Nur Menschen die einem privat Karten anboten. Da überall Polizei herumlief, die das anscheinend aber nicht zu stören schien, hatten wir zunächst aber doch ein ungutes Gefühl. Schließlich aber ließen wir uns von einem Verkäufer beraten, der all seine Müh und Englischkenntnisse aufbrachte um uns glücklich zu machen. Er meinte es sei kein Problem wegen der Polizei. Wir waren immer noch skeptisch. Wir entschlossen uns einfach mal einen Polizist anzusprechen. Er erklärte uns es sei alles kein Problem, er könne uns einen Ticketverkäufer nennen. Zwei Minuten später standen wir wieder vor demselben Verkäufer, mit dem wir eben erst gesprochen hatten. Wir entschieden uns also die Tickets zu nehmen. Und tatsächlich, ohne Probleme kamen wir ins Stadion. Umgerechnet für 7€ pro Person für Sitzplätze im Mittelblock. Abgesehen vom Block der Heimmannschaft, die gleich mit einer ganzen Kapelle während der gesamten Spielzeit für Stimmung sorgten, war das Stadion aber leider recht leer. Wir gönnten uns ein paar Bier und Popcorn und wunderten uns irgendwann, warum man von dem Bier nix spürte, bis uns klar wurde, dass im öffentlichen Raum wohl nur alkoholfreies ausgeschenkt werden darf.
 
La Piedra or El Peñol Aussicht Guatapé
 

Am nächsten Tag hatten wir uns für eine Free Walking Tour durch Downtown Medellin angemeldet. Die drei stündige Tour führte uns vom alten Bahnhof, vorbei an den Regierungsgebäuden über eine belebte Verkaufsstraße bis hin zu einem der unzähligen Marktplätze. Natürlich was das Thema, was vermutlich die meisten auf dieser Tour interessierte, Pablo Escobar. Da dies dem Führer sehr wohl bewusst war, er aber ebenso die Einheimischen nicht verletzten wollte, sprach er immer nur von „dem einen“, oder „ihr wisst schon wer“. Wie er uns erzählte haben viele Menschen, anders als es die Netflix Serie erzählt tatsächlich vorwiegend schlechte Erinnerungen an den bekanntesten Drogendealer der Welt. In den 10 Jahres seiner größten Macht, ließ er allein in Medellin und um zu über 50.000 Menschen umbringen oder sie starben aufgrund des Drogenkrieges. Auch unser Tourguide war zwei Mal angeschossen worden und hatte mehrere seiner Verwandten verloren oder entführt. Dies änderte unsere Perspektive auf die Geschichte und auch auf diese Stadt selbst. Bei all der Lebensfreude und Modernität konnte man sich kaum vorstellen, das Medellin nicht einmal 20 Jahre zurück die gefährlichste Stadt der Welt war. Nachdem die Führung beendet war entschlossen sich ein paar Leute aus der Tour gemeinsam eine der noch eher unbekannteren Gegenden der Stadt zu erforschen. Mit der erst vor wenigen Jahren gebauten Seilbahn, die ein Teil des normalen öffentlichen Nahverkehrs war, schwebte man über die Dächer der Favelas hinweg den Berg hinauf. Nicht nur hatte man von hier oben einen fantastischen Ausblick über die ganze Stadt, sondern erlebte man hier auch eine ganz andere Kultur. Entgegen der großen, sauberen Plätze zwischen den Hochhäusern und renovierten historischen Gebäuden in der Innenstadt, gab es hier ein dichtes Gedränge auf den Straßen. Streunende Haustiere schlenderten durch die Straßen, Kinder rannten umher und die alten Frauen saßen an den Fenstern oder auf der Treppe und schauten dem Treiben zu. Obgleich uns davon abgeraten wurde, in dieser Gegend alleine ohne Local umherzulaufen, beschlossen wir doch, zumindest ein Stück durch diesen Stadtteil zu machen, bis zur nächsten Metrostation. Meist wurden wir freundlich gegrüßt, einige Kinder versuchten sogar uns mit ihren zwei Wörtern Englisch zu beeindrucken und rannten dann kichernd davon, wenn man ihnen antwortete. Andere sahen einen eher argwöhnisch an. Auch wenn wir uns zu keiner Zeit wirklich unsicher gefühlt hatten, so waren wir doch alle ein wenig froh, als wir ohne Zwischenfall wieder in die Metro einstiegen und in sicherem Abstand in der Gondel über die Stadt schwebten. Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, suchten wir noch einmal eine Bar auf, ganz landestypisch, Bar Berlin 030. Es gab sogar deutsches Bier. Durch Zufall trafen wir noch eine Gruppe von Jungs wieder, die wir bereits im Bus von Bogota nach Salento getroffen hatten und auch von Salento nach Medellin.

Bevor es dann am nächsten Tag weiter gehen sollte nach Santa Marta, wollten Jessie und ich noch mal was Aufregendes erleben. Wir entschieden uns für einen Tandem Paragliding Flug über Medellin. Nachdem wir etwa eine Stunde aus der Stadt raus in die Berge gefahren waren, kamen wir an einem kleinen Parkplatz an. Nachdem wir die Sicherheitseinweisung auf Spanisch bekommen hatten und irgendeine Verzichtserklärung unterschrieben, mussten wir noch einmal eine steile Treppe den Hang nach oben laufen. Wir sahen bereits wie über unseren Köpfen die riesigen Segel starteten. Oben angekommen tummelten wir uns in einer Gruppe von mehreren Wartenden, die wie in Fließbandarbeit bereit gemacht wurden und mit ihrem Flight Buddy davon schwebten. Nach einigem Warten waren dann auch wir dran. Nach einer kurzen Einweisung (wieder auf Spanisch) wurden wir eingehakt und dann ging es auch direkt los. Im Vergleich zum Fallschirmsprung weit weniger aufregend, da man einfach nur ein Stück den hang hinunterrannte, bis der Wind in das Segel griff und man abhob. So schwebten wir also dahin, zunächst weg von den Bergen in Richtung der Stadt, die sich wie endlos zwischen den Bergen entlangschlängelte. Dann ging es in mehreren Schleifen und Bögen immer wieder auf und ab, knapp über die Bäume hinweg und dann wieder nach oben. Insgesamt 15 Minuten konnte man die Aussicht genießen, ehe wir uns in einer steilen Spirale wieder dem Boden näherten. Für umgerechnet ca. 20€ auf jeden Fall eine lohnende Aktivität. Auf unseren Wunsch ließ uns der Taxifahrer dann auf halber Strecke raus, sodass wir direkt noch die für ihre Graffiti Art bekannte Communa 13 besuchen konnten. Auch hier wurde einem abgeraten dies am besten nur in einer geführten Tour zu machen, aber nach der gestrigen Erfahrung fühlten wir uns natürlich siegessicher. Tatsächlich war in diesem Stadtteil eine unglaublich hohe Polizeipräsenz. Ob das jetzt ein gutes oder schlechtes Zeichen war?! Das Beste war, das es durch die gesamte Kommune Rolltreppen gab, die einen ohne Anstrengung bis an die Spitze führten. Die Graffiti Art allerdings war, besonders im Vergleich zu Bogota leider weitaus weniger beeindruckend. So machten wir uns nach einem Glas frisch gepresstem Zuckerrohrsaft auf den Weg zurück zum Hostel. Glücklicherweise war noch genug Zeit für ein Bierchen, ehe es zum Flughafen ging. Genau wie in Europa musste man auch hier fast zwei Stunden fahren, wenn man mit einer Billigairline fliegen wollte. Dafür gabs den 2 Tage vorher gebuchten Inlandsflug für 40€ mit Gepäck. Auf in die Karibik.   
 
 
 
Comuna 13, MedellinMedellin Centre 
Paragliding über Medellin
 
 
 
- S A N T A    M A R T A - 
 

Nach den angenehm warmen Temperaturen in Medellin traf einen die Hitze an der Küste wie ein Schlag. Da war wieder dieses altbekannte Gefühl wie es auch in Asien immer ist, man fängt schon an zu Schwitzen nur vom rumstehen. Noch besser mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken. Auch das man direkt hinten Türen des wohlklimatisierten Flughafens von Taxifahrern vollgelabert wurde war Asien sehr ähnlich. Um ein wenig kosten zu sparen teilte ich mir ein Taxi mit einem Pärchen die vom Flughafen aus in die gleiche Richtung mussten. Glücklicherweise konnten sie etwas spanisch, sodass die Kommunikation mit dem Taxifahrer auch zu einem tatsächlichen Dialog führte. Außer „Muy Caliente“ (oder so) verstand ich allerdings nicht so viel. Etwa 45 Minuten später kam ich dann im Hostel an. Der offene Innenhof, mit einem blau beleuchtetem Pool in der Mitte, war dank der Ventilatoren in allen Ecken angenehm windig. Nachdem ich mein Gepäck ins Zimmer gebracht hatte dachte ich vielleicht wäre eine kurze Erkundung der Umgebung vielleicht ganz nett. Zwar lag das Hostel quasi direkt am Strand, leider war dieser aufgrund des anliegendem Industriehafens nicht sonderlich schön. Auch die Drogendealer und Prostituierten die einem von allen Ecken zupfiffen machten den Spaziergang eher ungemütlich sodass ich nach etwa 5 Minuten wieder den Weg zürck ins Hostel suchte. Heute mal früh schlafen gehen.

Nach dem Frühstück erkundigte ich mich nach den angebotenen Ausflugsmöglichkeiten. Tauchen sollte in der Region angeblich sehr schön sein. Da ich ausgeschlafen hatte, war der frühe Ausflug aber leider schon abgefahren. Glücklicherweise gab es aber auch am Nachmittag noch einen. Da ich in Medellin mein Ladekabel im Hostel vergessen hatte, nutze ich die Zeit um in der Stadt ein neues zu suchen. In der prallen Mittagssonne war es jetzt nicht mehr nur schwül heiß, sondern auch noch einfach nur brennend heiß. Die vollen engen Straßen und der Geruch von Rauch, Essen und Benzin machten das Atmen nicht gerade leichter. So verbrachte ich den Rest des Vormittags am Pool zwischen biertrinkenden Engländern, Australiern und Deutschen und versuchte endlich mal etwas in meinem Buch zu lesen. Am Mittag dann wurde ich von einem barfüßigem Local am Hostel abgeholt und zu nahegelegenen Tauchstation geführt. Der Tauchlehrer begrüßte mich direkt auf Deutsch und erzählte mir, dass er damals auf einer deutschen Schule gewesen ist. Gemeinsam mit einem zweiteren Tauchanfänger und einem Tauchschüler der gerade seinen Tauchlehrerschein machte ging es aufs Boot. Vom Hafen aus fuhren wir  etwa 20 Minuten entlang der Küste hinein in den Tayrona National Park. In einer kleinen Bucht machten wir halt. Am Ufer waren ein paar Fischer damit beschäftigt die ausgeworfenen Netze an den Strand zu ziehen und ihre Holzboote anzulanden. Faszinierend wie keine 2 Kilometer Luftlinie von der Stadt entfernt das Leben hier noch so Ursprünglich war. Wir machten uns also fertig und verschwanden im blauen Nass. Das Wasser war angenehm war und anders als auf meinem letzten Tauchgang vor einem Jahr war ich ziemlich entspannt. Dadurch das sich der Tauchlehrer vorwiegend um den anderen Schüler kümmerte, konnte ich entspannt umherdümpeln und die Eindrücke auf mich wirken lassen. Schön war es schon, aber lange nicht so farbenfroh wie ich es von Bali gewohnt war. Auch der zweite Tauchgang nach einem kleinen Snack bot nicht so viel Abwechslung. Dennoch war es eine entspannte Nachmittagsbeschäftigung. Tauchen ist einfach immer wieder schön um den Kopf für ein paar Minuten abzuschalten, einfach zu atmen und sich (im wahrsten Sinne des Wortes) treiben zu lassen.

Am Abend stand dann BBQ und ein Bierpong Tournier im Hostel auf dem Plan. Da Jessie, den ich Medellin zurückgelassen hatte mittlerweile auch in Santa Marta angekommen war, fragte ich ihn ob er nicht noch auf ein Bierchen von seinem benachbartem Hostel rüber kommen wollen würde. Aus dem einen wurden dann zwei, vier, sechs oder noch mehr Bier. Hostel Life eben.

Obgleich etwas verkatert schaffte ich es, mich am nächsten morgen aufzuraffen und mich auf die Suche nach einem Bus in Richtung des Tayrona National Parks zu machen. Irgendwo im Ort an einer Kreuzung solle wohl die Station sein hatte man mir an der Rezeption gesagt. Glücklicherweise sah ich so verschwitzt und mit Rucksack wohl Touri genug aus, dass ich bald darauf angesprochen wurde ob ich den Bus suche und direkt in den richtigen hineingelotst. Glücklicherweise ergatterte ich einen Platz am Fenster, die sich leicht aufschieben ließen, ansonsten wäre ich vermutlich komplett am Sitz festgeklebt. Nach etwa einer Stunde fahrt und einem kurzen Power Nap erreichten wir das Ziel. Den ganzen Restalkohol hatte ich vermutlich mittlerweile ausgeschwitzt. Ich war also bereit für die Wanderung. Und ja, ich schreibe sehr oft wie sehr ich schwitze, aber man kann garnicht betonen wie warm und feucht es wirklich war. Auch auf der gesamten Wanderung floss es nur so an mir runter. Zur Verdeutlichung, ich habe den Tag über drei große Flaschen Wasser getrunken und war ein einziges mal am Abend pinkeln. Der Rest ist einfach direkt wieder verdunstet. Sehr warm also. Aber genug dazu. Nachdem man die Tickets für viel zu teuer erworben hat, muss man entweder noch mal 30 Minuten eine Straße entlang laufen, oder einen Minibus nehmen für noch einmal 1€. Ich entschied mich für zweiteres. Dann endlich am Anfang des Parks angekommen führt ein hölzerner Weg in den Wald hinein. Obgleich es mittlerweile Mittag war, war es immer noch ziemlich voll, andere kamen einem bereits aus der anderen Richtung entgegen. Eigentlich wird empfohlen früher am morgen los zu gehen, oder eine Nacht im Park zu übernachten (an ausgeschriebenen Plätzen kann man Zelte oder Hängematten mieten). Ich versuchte mein Glück trotzdem. Neben unzähligen Touristen kreuzen außerdem andauernd riesige Ameisenstraßen mit ebenso riesigen Ameisen den weg. Sie waren ständig damit beschäftigt Blätter, Stöcker und alles was sie halt tragen konnten auf ihren Köpfen hin und her zu transportieren. Der weg schlängelte sich weiter durch den Wald bis er schließlich über einige Treppen auf ein paar Felsen hinauf führte. Von oben hatte man die erste Aussicht auf die Küste und die kleinen Buchten die sich von Palmen gesäumt zwischen den Felsen versteckten. Zum ersten mal bekam man so richtig das Gefühl das dies wirklich die Karibik ist. Der Weg führte weiter durch Palmenwälder, über den nächsten Strand und dann wieder in den Wald hinein. Zwar war es am Wasser etwas windiger als im Wald, dafür brannte die Sonne auf einen hinunter. Nach etwa 1,5 Stunden Fußmarsch entschloss ich mich an einer der größeren Buchten, an der sich auch einige andere Touristen tummelten eine kleine Pause zu machen und mich einmal in den Fluten „abzukühlen“. Dadurch dass das Wasser ebenfalls fast 30 Grad hatte, war die Erfrischung eher von kurzer Dauer. Außerdem klebte ich jetzt auch noch vom Salzwasser. Auf meinem weiteren Weg kam ich dann schon an den ersten Hütten und Hängematten vorbei, die zum Teil einfach zwischen den Bäumen hingen, zum Teil unter einem mit Palmenblättern belegtem Dach befestigt waren. Angeblich sollte es hier nachts oft regnen. Ich bahnte mir meinen Weg weiter durch den Wald bis ich schließlich zu der letzten öffentlich zugänglichen Bucht gelangte. Unzählige Zelte standen auf einer großen Wiese und noch mehr Backpacker lagen erschöpft in der Sonne am Strand oder lagen bereits gemütlich in ihren Hängematten. In der Mitte der zwei Srandabschnitte tronte ein ein Pavillion auf einem Fels. Im Schatten machte ich eine kurze Pause, schoss noch ein paar Beweisfotos und versuchte so entspannt und trocken wie möglich auszusehen, dann machte ich mich auf den Rückweg. Der letzte Bus sollte angeblich gegen 17 Uhr vom Eingang des Parks aus fahren. Mittlerweile war es bereits 15 Uhr und ich hatte für den Hinweg über 3 Stunden gebraucht. Ich ging also strammen Schrittes zurück und war ein bisschen neidisch über die ganzen Backpacker, die einfach ein bisschen mehr Zeit hatten auch mal ein Tag nur rum zu gammeln. Warum muss man sich nur immer so viel Vornehmen. Letztendlich schaffte ich den Bus aber doch ohne Probleme und freute mich schon auf ein kühles Bier im Pool.

Republica Hostel Santa Marta Tayrona National Park Perfekter Strand

Der nächste Tag war auch schon wieder mein letzter. Damit ich aber die Stunden nach Möglichkeit voll ausnutzen konnte, hatte ich mir einen späten Bus rausgesucht, mit dem ich dann von Santa Marta ins etwa vier Stunden entfernte Cartagena fahren wollte. So hatte ich noch den ganzen Tag über Zeit einen Ausflug in die Berge zu machen nach Minca. Über das Hostel hatte ich eine Tour gebucht mit Besichtigung einer Cacao- und Kaffeeplantage und einer kleinen Wanderung zum Wasserfall. Mit einem Taxi wurden wir eingesammelt und machten uns auf den Weg die eine Stunde in die Berge. Vorher aber wies uns der Fahrer noch darauf hin, das falls die Polizei uns anhielt wir denen nicht sagen sollen dass es eine Tour sei, sondern nur ein Hotel Pick Up. Da er eigentlich in das Gebiet einer anderen „Organisation“ reinfahren würde.

Der Ort selbst bestand eigentlich nur aus einer Straße mit einer Reihe von Häusern auf beiden Seiten. Nachdem wir noch eine zweite Gruppe eingesammelt hatten, verließen wir die Hauptstraße und folgten der sehr ambitionierten Führerin über eine kleine kaputte Straße den Berg hinauf. Nach ein paar Minuten erreichten wir bereits den ersten Stopp. Ein kleines Häuschen von dessen Terrasse aus man die perfekte Aussicht über die Berge hatte und sogar die Küste am Horizont erahnen konnte. Sie führte uns durch den Garten in dem Unter Bananenpalmen auch einige Kaffeepflanzen wuchsen. Um den Touristen das „natürliche“ Leben noch mehr zu verdeutlichen, hatten sie ebenso ein paar herkömmliche Lehmhäuser wieder aufgebaut. Wie beiläufig verweis sie auf eine andere Pflanze die am Weg stand und erklärte uns, das dies die berüchtige Coca Pflanze sei. Man könne die Blätter einfach so vom Baum essen. Neugierig nagten wir alle auf ein paar Blättern herum. Der erwartete Rausch blieb aus. Nachdem wir alle eine Tasse des selbstgemachten Kaffees getrunken hatten, gingen wir den Weg zurück und folgten der Hauptstraße ein Stück, ehe wir wieder in den Wald hineinbogen. Die nächste Pause machten wir an einem Fluss der sich in kleinen immer etwa 2-3 Meter hohen Stufen durch den Wald den Berg hinunter schlängelte. Wir genossen ein erfrischendes Bad und bewiesen unseren Mut auf der natürlichen Steinrutsche. Von hier ging die Wanderung weiter. Nach etwa 30 Minuten erreichten wir erneut ein an den Hang gebautes haus mit herrlicher Aussicht. Auf der Terrasse wurde uns ein vorzügliches regionales Mittagessen serviert ehe wir von einem ebenso ambitionierten Local über den gebraucht von Bambus in der Region aufklärte. Stolz erzählte er, dass aus dieser Ecke Kolumbiens der stärkste Bambus der Welt komme, und im Jahr 2000 sogar der Pavillion der Kolumbianer auf der EXPO in Hannover aus eben diesem Bambus gebaut worden war. Jetzt endlich kam der eigentlich beste Teil des ganzen Tages, die Kakao Verköstigung. Frisch gemahlen und mit natürlichem Rohrzucker durften wir diese 100% Schokolade erst trinken und dann auch essen. Ein Weltenunterschied zu dem was man normal kaufen kann. Jetzt kann ich auf jeden Fall nachvollziehen, warum Schokolade angeblich glücklich machen soll. Den Geruch der frisch gemahlenen Kakaoschoten werde ich nie wieder vergessen. Gesättigt und glücklich traten wir dann die Heimreise an. Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es zum Hostel und dann zur Bushaltestelle. Zwanzig Minuten vor Abfahrt war ich da, um dann festzustellen, dass der Bus am Ende über 1,5 Stunden Verspätung hatte. Aber egal, ob ich jetzt spät oder sehr spät ankomme macht eigentlich auch kein Unterschied.

 
 
 Tauchem im Tayrona National Park Kakao Testing in Minca
 
 
 
- C A R T A G E N A - 
 

Nachdem ich also erst super spät in Cartagena angekommen war und Santiago und Johanna, eine weitere Freundin von Santiago die ebenfalls in Berlin wohnt und gerade auch zu Besuch war, bereits schliefen, freute ich mich auch auf mein Bett.

Da Santiago bereits einige Male hier gewesen war, nutzen wir dies um erst einmal ein wenig Sightseeing zu machen. Da unser Hostel bereits am Rande der Altstadt lag, hatten wir es nicht weit. Zuvor aber besuchten wir das vorgelagerte alte Castle, welches die Spanier um 16. Jahrhundert (glaube ich) errichtet hatten, um die Küste vor den Angriffen der Engländer zu verteidigen. Von hier hatte man ebenfalls eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Die auf einer vorgelagerten Insel gelegene Altstadt war durch eine noch fast vollständig erhaltene Stadtmauer umrandet. Im Hintergrund war der neue moderne Teil der Stadt zu sehen. Hier reihte sich ein Hochhaus an das nächste weshalb es auch Little Miami genannt wurde. Ich war zwar noch nie dort, aber die Ähnlichkeit war durchaus zu erkennen. Am Nachmittag machten wir eine Free Walking Tour durch die Altstadt bei der uns der aufgedrehte Führer stundenlang begeistert und voller Stolz von seiner Stadt erzählte. Mittlerweile war die Sonne untergegangen. Nach dem Essen wollten wir noch ein Bierchen trinken. Nahe des Hostels gab es einen Kirchenvorplatz auf dem sich gefühlt die gesamte Jugend von Cartagena inklusive aller Backpacker versammelte. Überall rannten Bierverkäufer umher und boten ihr vollkommen überteuertes Dosenbier aus ihren Kühlboxen an. Am Straßenrand gab es allerlei Leckereien frisch vom Grill. Durch Zufall traf Santiago einen alten Freund mit seiner Freundin. Da die beiden eh noch feiern gehen wollten, entscheiden wir uns kurzerhand die beiden zu begleiten. So kam ich zu meiner ersten richtigen Club Erfahrung mit Kolumbianern. Eine Live Band spielte in der vollkommen überladenen Bar. Alle Menschen tanzten Salsa und alle möglichen anderen lateinamerikanischen Tänze. Die Stimmung war fantastisch und auch wenn sich alle bemühten uns beiden Europäern das tanzen beizubringen, ich glaube ganz so cool wie die Einheimischen sahen wir dann doch nicht aus.

Der nächste Tag begann entsprechend spät. Da es später auch noch anfing zu regnen und wir nicht wirklich Lust hatten uns viel zu bewegen, schafften wir an diesem Tag nicht viel mehr als ein wenig im Pool liegen und am Abend einen kleinen Ausflug nach Little Miami zu machen.

Für unseren letzten Tag in Cartagena und im Grunde auch schon den letzten Tag in Kolumbien wollten wir uns noch mal was Besonderes gönnen. So buchten wir eine Bootstour die einen von der Küste aus über verschiedene Inseln zum Playa Banca bringen sollte. Da das Wetter leider immer noch nicht ganz mitspielte und die Wellen angeblich zu hoch für die kleinen Boote waren, wurden wir nachdem wir zunächst drei Stunden in der Gegend rumgestanden hatten, am Ende in einen Reisebus verfrachtet. Mit diesem fuhren wir dann eine Stunde bis wir direkt am Playa Blanca ankamen. Hinter den Kulissen sah der Strand leider ziemlich traurig aus. Ein ehemaliger kleiner See hinter dem Strand war zu einer einzigen Müllkippe verkommen, in dem sich das Plastik am Ufer türmte und das Wasser mehr Schwarz war als alles andere. Wenigstens schirmten die kleinen Hütten aus denen das Essen und Getränke verkauft wurden die Sicht etwas ab, sodass man wenn man am Strand im Liegestuhl lag, schnell vergessen konnte, wie es hinter einem aussah. Gefühlt wurde man alle 30 Sekunden von irgendjemandem angequatscht. Massage, Coca Cola, Muscheln, Banana Boot, Jetski, Coconut… alles was man sich vorstellen kann wurde einem hier angeboten. Nach einigem Verhandeln hatte uns schließlich tatsächlich der Kerl mit seinen Jetskis überzeugt. 30 Minuten für umgerechnet 7€ pro Person waren dann doch zu verlockend. Während sich Santiago und Johanna einen teilten, durfte ich ganz alleine durch die Gegend düsen. Es war mein erstes Mal und ja, abgesehen von der totalen Sinnlosigkeit dieser Aktivität muss ich sagen, es ist einfach mega geil! Schnell hatte ich raus, das neben einfach nur schnell fahren, vor allem Slalom sehr amüsant ist. Bis ich so stark in die Kurve ging, das es mich einfach vom Jetski geschmissen hat. Aber nicht so schlimm. Man ist ja immer noch in der Karibik wo das Wasser 28 Grad warm ist. Zurück am Strand beschwerten sich dann ersteinmal die Männer von der Vermietung, dass wir ja viel zu schnell gefahren seien und das nicht gut für die Motoren ist. Vermutlich ärgerte sie sich einfach nur, dass wir so viel Benzin verfahren haben. Wir hatten noch ein paar letzte Stunden in der Sonne, ehe wir uns langsam auf den Weg zurück nach Cartagena machten. Nach dem Abendessen packten wir unser Zeug zusammen und ich machte mich gemeinsam mit Santiago auf den Weg zum Flughafen. Für uns ging es jetzt für eine Nacht zurück nach Bogota, während Johanna noch eine Nacht in Cartagena hatte, ehe sie ihre Reise auf eine Gruppe von Inseln in der Karibik fortsetzte.

Next Step, Peru!

 
Playa Blanca bei Cartagena Neues Abenteuer: Jetski

 

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